AstraZeneca-Impfstoff: Zweifel an Daten und ungewöhnliche Beschaffungsverträge
Der AstraZeneca-Impfstoff gegen COVID-19 steht im Fokus von Kritik und Unsicherheiten. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat den Impfstoff im Januar 2021 zugelassen, trotz anhaltender Zweifel an den Daten und ungewöhnlicher Beschaffungsverträge zwischen der EU und AstraZeneca.
Die Europäische Kommission und AstraZeneca haben im August 2020 einen Beschaffungsvertrag für bis zu 400 Millionen Dosen abgeschlossen. Die EU-Kommission hat kritisiert, dass AstraZeneca die Liefertermine nicht einhalten konnte. Im Januar 2021 war AstraZeneca gezwungen, die Lieferung in der EU um 60 Prozent zu reduzieren. Die EU-Kommission bezeichnete den Vertrag als „sehr ungewöhnlich“, da er keine klaren Verpflichtungen für die Lieferung enthielt.
Zu den Zweifeln an den Daten des Impfstoffes gehört die Frage nach der Wirksamkeit und Sicherheit. Im Oktober 2020 gab AstraZeneca die Ergebnisse einer Studie bekannt, die eine Wirksamkeit von 70,4 Prozent zeigte. Später wurde jedoch bekannt, dass die Wirksamkeit je nach Dosierung stark schwankte. Eine niedrigere erste Dosis führte zu einer Wirksamkeit von 90 Prozent, während eine gleichbleibende Dosierung nur 62,1 Prozent Wirksamkeit zeigte. Diese unklaren Daten haben zu Kritik geführt, dass AstraZeneca die Wirksamkeit des Impfstoffes überschätzt hat.
Die EMA hat trotz der Zweifel den Impfstoff zugelassen, nachdem die Agentur die Daten als ausreichend befunden hat. Die EMA betonte jedoch, dass weitere Studien erforderlich sind, um die Langzeitwirkung und die Wirksamkeit des Impfstoffes zu bestätigen.
Kritiker sehen in der Zulassung des AstraZeneca-Impfstoffes trotz der Zweifel an den Daten einen politischen Druck, um die Impfungen in der EU zu beschleunigen. Die EU-Kommission hat die Zulassung als wichtigen Schritt zur Bekämpfung der Pandemie gewertet, während Kritiker die Entscheidung als zu voreilig bezeichnen.
Offene Fragen bleiben, ob die EU-Kommission bei der Vertragsabschlussung ausreichend präventive Maßnahmen ergriffen hat und ob die Zulassung der EMA trotz der Zweifel an den Daten gerechtfertigt war. Die Kontroverse um den AstraZeneca-Impfstoff zeigt die Herausforderungen bei der Entwicklung und Zulassung von Impfstoffen in der Pandemie.