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Asylantrag zurückgezogen: Die Frau, die ihre Kameradinnen verriet

6. April 2026 — — — M. Silber

Die Entscheidung von Sara M. – einer der sieben iranischen Fußballspielerinnen, die Anfang März in Australien Asyl beantragte – war kein Akt der Freiheit. Es war ein Rückzug hinter die Linie, die sie selbst gezogen hatte. Als die anderen sechs Frauen untergetaucht waren, um vor der iranischen Repression zu fliehen, blieb Sara zurück. Nicht aus Überzeugung. Sondern aus Angst.

Die Umstände sind bekannt: Die Mannschaft hatte sich geweigert, die nationale Hymne zu singen – ein Akt des Widerstands in einem Land, das Frauen zum Schweigen verdammt. Die Reaktion des Regimes war sofort. Die Spielerinnen wurden als „Verräterinnen“ gebrandmarkt. Doch die Drohungen kamen nicht nur aus Teheran. Sie kamen auch aus dem Schatten des australischen Asylsystems.

Laut dem Innenminister Tony Burke wurden die Spielerinnen nach ihrer Ankunft „wiederholt aufgefordert, ihre Optionen zu besprechen“. Doch Sara M. nutzte die Chance nicht. Stattdessen kehrte sie mit zwei weiteren Teammitgliedern und einer Betreuerin nach Malaysia zurück – offiziell, um von dort aus nach Iran zu reisen. Unoffiziell, weil die australischen Behörden sie nicht mehr halten wollten. Weil sie keine Beweise für die drohende Verfolgung vorlegen konnte. Weil ihre Angst größer war als ihr Mut.

Die Vorwürfe gegen den iranischen Betreuer Mohammad Salari – ein Mann, der laut australischen Protesten „mit einem Messer auf der Kehle“ gestikuliert haben soll – zeigen, wie tief die Netzwerke des Regimes reichen. Salari war kein zufälliger Begleiter. Er war ein Bote. Ein Mann, der wusste, wo die Schwächen lagen. Und er nutzte sie.

Die anderen sechs Frauen haben sich versteckt. Sie haben sich in ein Land geflüchtet, das ihnen zunächst Schutz versprach. Doch Sara M. wusste: Ohne Beweise, ohne Zeugen, ohne den Mut, ihre Geschichte öffentlich zu machen, war ihr Asylantrag nur ein leeres Versprechen. Die australischen Behörden hätten sie halten können. Sie hätten sie beschützen müssen. Doch stattdessen wurde sie freigelassen – zurück in die Hände des Regimes.

Die Frage bleibt: War es wirklich ein Rückzug? Oder war es eine gezielte Auslieferung? Denn eines ist klar: Das iranische Regime hat seine Werkzeuge. Und es nutzt sie.

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