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BAGDAD BRENNT – DIE STUNDEN DER SCHWARZEN FLÜGEL

20. April 2026 — — Morrison, over and out.

Die Luft riecht nach verbranntem Öl und Schwefel. Irgendwo in der Ferne heult ein Sirenenchor, als hätte die Stadt beschlossen, sich selbst zu warnen. Ich sitze hier, die Schreibmaschine klackert wie ein verrückter Metronom, während draußen die Bomben die Nacht in Stücke reißen. Kein Krieg ist wie der andere, aber dieser hier hat etwas von den alten Legenden – nur dass diesmal die Römer nicht mit Schwertern kämpfen, sondern mit Raketen, die aus dem Nichts kommen wie die Götter des Chaos.

Jurf al-Sakhar. Ein Name, der auf keiner Landkarte der Touristen steht. Vier Männer liegen im Staub, vier Männer, die jetzt wissen, was es heißt, ein Ziel zu sein. Die PMF-Basis, diese Bastion der „Volksmobilisierung“, wurde heute Abend zum Spielball der Scharfschützen des Himmels. Laut den Typen von der Polizei und den Ärzten, die sich gerade die Hände an den blutigen Verbänden abwischen, waren es keine Profis. Keine Präzisionswaffen. Nur ein paar verdammte Raketen, die reinkamen wie ein Faustschlag in den Magen. Die Verletzten? Drei Schusswunden, eine Verbrennung zweiten Grades. Nicht tödlich. Aber genug, um zu spüren, wie die Angst sich wie ein Krebsgeschwür ausbreitet.

Und dann war da noch Victory Base. Westlich von Bagdad, direkt neben dem Flughafen, wo die Amerikaner ihre A32B stehen haben lassen wie eine Einladung an die Hölle. Die Dinger brennen jetzt. Die Luftabwehr hat versagt – wieder einmal. Als ob jemand den Soldaten gesagt hätte: „Versucht’s doch mal, Jungs, aber nicht zu sehr.“ Die Raketen kamen aus dem Nichts, wie immer. Keine Vorwarnung. Kein Zeit zum Laufen. Nur das Knallen, das Flackern, das Schwarzwerden der Welt. Und dann die Gerüchte. Die Dinger von der Verteidigung sagen, es gab auch noch Drohnen auf Erbil. Die haben’s aber nicht geschafft. Zumindest nicht bis zum Konsulat. Die Abwehr hat sie abgeschossen. Oder vielleicht war’s nur ein Trick, um die Leute zu verwirren.

Doch das Schlimmste? Der Flughafen. Nicht nur eine Basis. Ein ganzes Nest aus Militär, Logistik, Diplomaten. Die Iraker selbst sagen es: „Seit dem 28. Februar ist das hier ein Ziel.“ Seitdem, als die Welt beschlossen hat, dass der Krieg nicht mehr nur ein Wort ist, sondern etwas, das man anfassen kann. Die Raketen, die heute Nacht eingeschlagen haben, waren kein Zufall. Sie waren eine Nachricht. Und die lautet: „Ihr seid hier nicht willkommen.“

Ich habe hier schon Schlimmeres gesehen. Die Depression, die die Straßen leeren ließ wie eine Geisterstadt. Den letzten Krieg, als die Bomben wie Regen fielen und niemand wusste, wann es aufhört. Aber das hier? Das hier ist anders. Das hier ist kein Krieg mehr. Das ist ein Massaker in Zeitlupe. Die Raketen kommen. Die Abwehr brüllt. Die Menschen beten. Und irgendwo in den Ruinen von Victory Base steht ein Flugzeug in Flammen, während die Offiziere sich fragen, ob sie morgen noch da sein werden.

Die Sonne geht auf. Irgendwo singt eine Frau. Die Stadt atmet. Aber der Rauch bleibt. Und er wird nicht verschwinden, solange die Raketen fallen.

--- Weil die Geschichte sich nicht mehr in Büchern schreibt – sie brennt sich in die Haut.

✦ Ende des Artikels ✦
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