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Glyphosat im Blut der Erde. Und die Banken lachen.

27. März 2026 — — — Ida Feuerbach

Die Felder bei uns riechen nach verbranntem Gras, wenn der Wind aus dem Norden kommt. Nicht der Duft von Regen auf trockenem Lehm, nicht der süßliche Gestank von faulendem Mais – nein, es ist der Geruch von etwas, das man nicht mehr zurückdrehen kann. Glyphosat liegt in der Luft, als hätte jemand eine Handvoll Asche über die Wiesen gestreut. Die Bauern sagen nichts. Sie wissen, dass die Rechnung schon längst bezahlt ist.

Die Bayer-Monsanto-Fusion war kein Deal, sie war ein Überfall. 66 Milliarden Dollar – eine Summe, die genug Saatgut für ein ganzes Jahrhundert gekauft hätte, wenn das Geld in die Erde gegangen wäre statt in die Taschen der Manager. Doch die Manager von Bayer und Monsanto haben längst gelernt: Saatgut ist kein Korn, es ist ein Patent. Und Patente sind wie Grundstücke – sie werden teurer, je weniger Leute sie besitzen dürfen.

Glyphosat ist der Giftcocktail, der die Felder steril macht. Die EU hat es immer wieder verlängert, als wäre es ein Medikament statt ein Langzeitgift. Die Bauern spritzen es, weil die Banken sie sonst in den Ruin treiben. Die Banken, die dieselben sind, die 2008 die Häuser der Leute gekauft haben – nur diesmal geht es um die Erde. Die EU redet von „wissenschaftlicher Unsicherheit“, aber wer hat die Studien bezahlt? Wer sitzt in den Gremien, die über die Zulassung entscheiden? Die gleichen Leute, die auch die Aktien von Bayer halten.

In den USA wird Monsanto vor Gericht gestellt, weil Glyphosat Krebs verursacht. Die Bauern dort klagen, weil ihnen die Haut schuppt und die Kinder Asthma bekommen. Doch in Europa? Da wird einfach weitergespritzt. Die EU hat die Zulassung bis 2033 verlängert – als wäre Glyphosat ein harmloses Unkrautvernichtungsmittel statt ein chemischer Keulenknecht für die Biodiversität. Die Felder werden flacher, die Erde lebloser. Die Insekten sterben, die Vögel verschwinden, und die Bauern? Die zahlen weiter. Weil sie keine Wahl haben.

Die Saatgutpatente sind noch schlimmer. Monsanto hat jahrzehntelang Bauern verklagt, die ihre Ernte geteilt haben. „Saatgut ist Eigentum“, sagt das Unternehmen. Doch was ist Eigentum, wenn die Saat nicht mehr keimt? Wenn die Erde müde wird? Die Bauern bei uns haben noch alte Sorten – Roggen, der sich selbst aussät, Weizen, der mit dem Wind wandert. Aber die Banken wollen keine alten Sorten. Sie wollen Monokulturen, die sich verkaufen lassen. Und wenn der Wind die Staubkörner davonträgt, dann ist das kein Geschenk der Natur mehr, sondern Diebstahl.

Die Fusion hat die Macht konzentriert. Drei Konzerne – Bayer, DuPont, Syngenta – kontrollieren 53 Prozent des Saatgutmarkts. Das ist kein Wettbewerb mehr, das ist ein Kartell. Und die Bauern? Die sind die Gejagten. Sie müssen kaufen, was die Konzerne ihnen verkaufen. Sie dürfen nicht mehr tauschen, nicht mehr teilen, nicht mehr lagern. Die Saat wird zur Miete, die Erde zur Hypothek.

Die Stadt redet von „nachhaltiger Landwirtschaft“, während die Felder ausbluten. Die Politiker reden von „Innovation“, während die Bauern ihre Kinder in die Städte schicken, weil es hier nichts mehr zu holen gibt. Die EU spricht von „Biodiversität“, aber die Felder sind schon lange tot, bevor sie es offiziell war. Die Erde riecht nach Chemikalien, nicht nach Leben.

Und was bleibt? Die Rechnung. Die Rechnung, die die Bauern nicht mehr begleichen können. Die Rechnung, die die Erde nicht mehr versteht. Die Rechnung, die in den Akten von Bayer liegt – und die eines Tages jemand lesen wird, wenn die letzten Felder verpachtet sind und die letzten Bauern pleite.

Die Erde vergisst nicht. Sie vergisst nur, wer sie verraten hat.

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