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Critical Security Vulnerabilities

23. März 2026 — — Morrison, over and out.

Heute ist wieder so ein Tag, an dem man sich fragt, ob die Geschichte sich wiederholt oder ob sie einfach nur immer wieder dieselben Fehler macht – nur mit anderen Namen und etwas mehr Propaganda. Die Nazis marschieren weiter, die Spanier kämpfen sich durch den Dreck von Guernica, und irgendwo in China brennt wieder eine Stadt, weil ein Mann mit einem Hut und einer Pistole denkt, er könnte die Welt retten. Es ist, als hätte jemand die Seiten aus einem alten Buch umgedreht und vergessen, die Fäden zu knüpfen. Die Römer dachten auch, sie hätten die Welt im Griff, bis sie merkten, dass sie nur ein paar Provinzen und eine Menge Sklaven besaßen. Die Deutschen jetzt? Sie besitzen ein paar Fabriken, ein paar Uniformen und die naive Überzeugung, dass sie unbesiegbar sind. Lächerlich.

Gestern Abend, als ich im Café de la Paix saß und mir einen Bourbon bestellte, der schmeckte wie billiger Schnaps, hat mir ein Mann gegenüber erzählt, er habe in Berlin eine Frau gesehen, die lachend durch die Straßen ging, als wäre alles in Ordnung. Als wäre nicht gerade ihr Land dabei, die ganze Welt in Brand zu stecken. Sie hat ihm zugelächelt, als hätte er ihr gefragt, ob sie die Sonne anmachen könnte. Die Sonne. Als ob die Sonne etwas mit dem zu tun hätte, was heute Morgen wieder in einem Dorf in Spanien passiert ist. Als ob die Sonne etwas mit dem zu tun hätte, dass irgendwo in Deutschland Kinder in die Schule gehen und lernen, dass sie ihre Eltern verraten dürfen, wenn sie es für die „große Sache“ tun müssen.

Manche sagen, das sei nur Politik. Andere sagen, das sei nur Krieg. Ich sage: Das ist beides. Und mehr. Es ist die Art, wie die Menschen sich anschauen, wenn sie merken, dass sie gerade dabei sind, etwas zu tun, das sie nicht rückgängig machen können. Es ist der Geruch von verbranntem Fleisch, der sich mit dem Rauch der Fabriken vermischt. Es ist das Schweigen derer, die wissen, dass sie schweigen müssen, weil sie sonst selbst verbrannt werden. Es ist die Art, wie die Zeit sich anfühlt, als würde sie sich zurückdrehen, nur um dann wieder vorwärts zu rennen, als wäre sie besoffen.

Vor einem Jahrhundert haben sie in den Schützengräben gesessen und sich gefragt, warum die Welt so verdammt blöd ist. Heute sitzen sie in den Büros der Ministerien und unterschreiben Papiere, die sagen, dass morgen wieder Menschen sterben werden. Die Depression von ’29 war nur der Vorspiel. Jetzt kommt der Hauptakt. Und die Leute? Die Leute gehen weiter. Sie kaufen Zeitungen. Sie trinken ihren Kaffee. Sie lachen. Sie lieben. Sie tun so, als wäre alles normal. Als wäre nicht gerade die ganze Welt dabei, sich selbst zu zerlegen.

Ich habe gestern einen alten Mann getroffen, der im Ersten Weltkrieg war. Er hat mir gesagt, dass die Soldaten damals dachten, sie kämpften für König und Vaterland. Dass sie dachten, es wäre etwas Großes. Dass sie dachten, es wäre etwas, worauf es sich lohnte zu sterben. Heute kämpfen sie für eine Idee. Für einen Mann mit einem Schnurrbart und einer Stimme wie ein schreiender Papagei. Für eine Flagge. Für etwas, das es nicht gibt. Für etwas, das nur in den Köpfen derer existiert, die zu dumm oder zu verzweifelt sind, um zu begreifen, dass sie gerade dabei sind, alles zu ruinieren.

Draußen hört der Regen auf. Nicht, weil das Wetter es will, sondern weil es nichts mehr zu geben hat. Die Straßen glänzen noch immer. Irgendwo lacht ein Kind. Irgendwo schreit ein Mann. Irgendwo, ganz weit weg, wird gerade eine Bombe gezündet. Und hier, in dieser Redaktion, sitze ich und tippe auf dieser verdammten Schreibmaschine, während ich mir frage, ob irgendjemand je verstehen wird, was hier wirklich passiert. Oder ob wir alle einfach nur zuschauen werden, wie die Geschichte sich selbst zerlegt – und dann, wenn es zu spät ist, sagen: „Ach, wir wussten doch, dass das so endet.“

Die Sonne geht unter. Nicht mit einem Knall, sondern mit einem Seufzer. Und ich? Ich trinke meinen Bourbon. Und warte.

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