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KUBAS MARIONETTEN ZÜGELN – ODER WIE MAN EIN VOLK AN DIE KETTE LEGT

28. März 2026 — — Morrison, over and out.

Die Amerikaner haben wieder eine neue Spielart der Diplomatie erfunden. Nicht mit Kanonen, nicht mit Börsenkrach, sondern mit dieser feinen, öden Kunst: Man presst Kuba aus, bis es schreit – und dann fragt man sich, wer hier eigentlich den Puppenspieler spielt.

Es begann mit den Zuckerrüben. Dann kamen die Kredite, die wie ein Strick um die Hals der kubanischen Wirtschaft gelegt wurden. Jetzt, im Jahr 1937, sitzt Washington auf seinem hohen Ross und flüstert den Inselbewohnern ins Ohr, was sie tun dürfen. Die USA haben ihre „gütige Hand“ über Kuba gelegt – und die Kubaner? Die sind nicht mal mehr die Herren im eigenen Land. Sie sind die Statisten in einem Stück, das in Washington geschrieben wurde.

Die offizielle Begründung? „Wir wollen nur Ordnung.“ Als ob Ordnung etwas mit Menschenrechten zu tun hätte. Als ob die USA nicht selbst vor zehn Jahren in Havanna einmarschiert wären, um einen Präsidenten zu stürzen, der ihnen nicht passte. Damals nannten sie es „Stabilisierung“. Heute nennen sie es „wirtschaftliche Zusammenarbeit“. Der Unterschied? Heute gibt es keine Gewehre mehr. Nur noch die kalte, trockene Logik des Dollars.

Die Maßnahmen sind altbekannt: Embargos, die wie ein unsichtbarer Zaun um die Insel gezogen wurden. Kein Öl mehr aus den USA. Keine Maschinen, keine Ersatzteile. Die Fabriken stehen still. Die Bauern pflügen mit Ochsen, als wäre Kuba wieder im 19. Jahrhundert. Die Arbeiter in den Zuckerrohrfeldern verdienen weniger als ein Mann in den Ruinen von Detroit. Die USA haben die Preise für den kubanischen Zucker künstlich gedrückt, bis die Plantagenbesitzer ihre Felder vernachlässigen. Die Ernte sinkt. Die Arbeitslosigkeit steigt. Und was tun die Amerikaner? Sie nennen es „Marktwirtschaft“.

Doch die Kubaner lernen schnell. Sie merken, dass sie nicht nur von der Wirtschaft, sondern auch von der Moral der Mächtigen abhängig sind. Die USA drohen mit weiteren Sanktionen, wenn die Regierung in Havanna nicht „kooperiert“. Kooperiert mit was? Mit der Auslieferung von Kommunisten? Mit der Aufhebung der Pressefreiheit? Mit der Hinrichtung von Gewerkschaftern? Die Kubaner sollen sich selbst verraten – und die Amerikaner werden ihnen die Hand reichen, als wären sie die Retter.

Aber wer rettet hier wen? Die USA haben Kuba seit 1898 im Visier. Damals nannten sie es „Befreiung“. Heute nennen sie es „Demokratieförderung“. Beide Male ging es um dieselbe Sache: Kontrolle. Die Kubaner sollen nicht regieren können. Sie sollen nicht denken dürfen. Sie sollen nur noch funktionieren – wie eine gut geölte Maschine, die Zucker liefert und keine Fragen stellt.

Und die Folgen? Die Folgen sind überall. In den Slums von Havanna, wo die Kinder mit leeren Blicken durch die Straßen laufen. In den Cafés, wo die Leute nicht mehr über Politik reden, weil sie wissen: Jedes Wort könnte ihnen die letzte Zigarette kosten. In den Fabriken, wo die Arbeiter streiken – und dann von der Polizei niedergeschlagen werden, die von den USA ausgebildet wurde. Die USA haben Kuba nicht befreit. Sie haben es nur umgeschult. Von der spanischen Kolonie zur amerikanischen Marionette.

Die Frage ist: Wird das jemals aufhören? Die Römer haben Gallien unterjocht und dann vergessen, dass sie jemals etwas anderes als Herren waren. Die Spanier haben Amerika ausgebeutet und dann die Insel wieder verlassen, als sie merkten, dass sie nichts mehr zu holen gab. Die USA? Die sitzen noch da. Sie haben Kuba nicht erobert. Sie haben es nur langsam erstickt.

Und die Kubaner? Die stehen da. Mit leeren Händen. Mit leeren Mägen. Mit dem Wissen, dass sie nicht einmal mehr schreien dürfen – denn dann würden die Amerikaner sagen: „Seht ihr? Sie sind unruhig. Sie brauchen unsere Hilfe.“

Die letzte Zigarette brennt im Aschenbecher. Draußen regnet es. Irgendwo singt eine Frau. Die Musik ist schön. Aber sie ist nicht für die Kubaner. Sie ist für die, die sie hören wollen.

Und die wissen: Am Ende gewinnt immer der, der die Fäden hält.

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