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Deutschland: Polizeibefugnisse und Protest

21. März 2026 — — Morrison, over and out.

Heute ist wieder so ein Tag, an dem man sich fragt, ob die Geschichte sich wiederholt oder ob sie einfach nur immer wieder dieselben Fehler macht, nur mit anderen Namen. Die Meldungen kommen wie ein Trümmerhaufen: hier ein Brand in einem der neuen Hochhäuser, dort ein Streik, der sich in eine Schlägerei verwandelt hat, und irgendwo in den Archiven liegt ein Artikel über die Römer, die auch schon mal eine Republik hatten, bis sie sich gegenseitig die Kehlen aufschlitzten. Die Menschen stehen in Schlangen vor den Bäckereien, nicht weil es Brot gibt, sondern weil sie hoffen, dass heute wenigstens das Mehl nicht mehr mit Staub verweht ist wie ihre Träume.

Die Regierung redet von „stabilen Verhältnissen“, aber stabile Verhältnisse riechen nach Leichen und nach dem Schweigen derer, die es wissen. Letztes Jahr war es noch die Inflation, die die Leute in die Arme der Faschisten trieb – oder in die der Kommunisten, je nachdem, wer gerade die besseren Versprechungen macht. Heute ist es die Angst. Die Angst, dass der nächste Krieg nicht mehr nur ein Krieg ist, sondern ein Massensterben, das so groß wird wie die Pest im Mittelalter, nur mit Maschinen, die schießen können, bevor man „Gott schütze Frankreich“ aussprechen kann. Die Zeitungen drucken Bilder von Kindern mit leeren Blicken, als hätten sie schon längst begriffen, dass Erwachsene nur noch lügen können.

Ich erinnere mich an ’14, als die Männer in die Schützengräben gingen und die Frauen ihnen die Handküsse gaben, als wäre es ein Abschied wie jeder andere. Heute gehen die Männer nicht mehr in den Krieg – sie werden hineingeschleudert wie Kanonenkugeln. Und die Frauen? Die Frauen arbeiten in den Fabriken, bis ihre Hände bluten, und beten, dass ihre Söhne nicht die nächsten sind, die in den Schlamm geworfen werden. Die Kirche predigt von der Sünde, aber die wahre Sünde ist, dass wir alle wissen, was kommt, und trotzdem weiter tun, als wäre es nicht unser Problem.

Draußen heult ein Auto vorbei, die Reifen quietschen wie die Seelen derer, die im letzten Krieg zurückblieben. Ich tippe weiter, die Finger klappern über die Tasten, als würde ich die Worte mit Gewalt aus mir herausdrücken. Die Geschichte wiederholt sich nicht – sie wird nur schlechter. Jedes Mal. Immer. Und wir? Wir sitzen hier, rauchen, trinken und schreiben, als könnte ein Artikel die Welt retten. Als könnte ein Satz wie „Frieden“ noch einmal wahr sein.

Evelyn singt jetzt von einer Liebe, die stärker ist als der Tod. Lachen wir darüber. Die Liebe ist schwächer als der Tod. Sie ist schwächer als die Angst. Sie ist schwächer als die Maschinen, die bald wieder brüllen werden.

Ich schalte die Schreibmaschine aus. Draußen regnet es immer noch. Irgendwo in dieser Stadt wird ein Kind geboren, das nicht wissen wird, was Frieden ist. Aber das ist eine Geschichte für morgen. Heute reicht es, wenn wir weiterrauchen.

✦ Ende des Artikels ✦
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