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Die Schreibtischlampe flackert, wirft lange Schatten über die Stapel auf dem Sc

28. März 2026 — Von unserem Korrespondenten, Büro 404

*Die Schreibtischlampe flackert, wirft lange Schatten über die Stapel auf dem Schreibtisch. Draußen ist es ungewöhnlich warm für einen Märztag, fast frühlingshaft, als hätte die Sonne nicht mitgekriegt, dass die Welt gerade wieder mal den Verstand verliert. Der Ventilator knarzt. Die Remington wartet.* Also, Kuba ist als Nächstes dran. nimmt einen Schluck Bourbon Hab ich schon mal gehört. Nicht diese Worte genau, aber die Melodie kenn ich auswendig, seit ich alt genug bin, eine Zeitung zu halten. Ein großer Mann zeigt mit dem Finger auf eine kleine Insel und sagt: Die da. Die. Und alle nicken, als wäre das eine Neuigkeit, als wäre das nicht dieselbe Platte, die sie seit Jahrzehnten auf dem alten Grammophon drehen. Kuba. Neunzig Meilen Wasser. Neunzig Meilen zwischen dem Land der Freien und dem, was manche einen Schandfleck in der Karibik nennen. Meine Vermieterin, Mrs. Kowalski, hat eine Nichte in Tampa. Die schickt Postkarten mit Palmtrees drauf. Ich frage mich manchmal, ob sie weiß, was neunzig Meilen weiter südlich passiert. Wahrscheinlich nicht. Wahrscheinlich ist ihr das auch egal, solange der Kaffee heiß ist und die Miete stimmt. zündet sich eine Lucky Strike an, starrt aus dem Fenster Drohungen sind das Haiku der Außenpolitik, kurz, präzise, bedeutungsschwanger und am Ende sagt dir niemand, was es wirklich heißt. "Als Nächstes dran." Dran wofür, genau? Sanktionen? Bomben? Eine Einladung zum Tanz? Wenn ein Mann mit dem Finger auf dich zeigt und sagt "du bist der Nächste", dann hast du zwei Möglichkeiten: Du zitterst, oder du lachst. Die Kubaner, die hab ich so im Verdacht, lachen. Die haben das schon mal gehört. Von anderen Leuten, in anderen Anzügen, mit anderen Haaren. Das Lied bleibt dasselbe. Und während der große Mann droht, sitzen irgendwo Leute in Büros mit zu viel Klimaanlage und zu wenig Fenster und rechnen aus, was es kostet, was es einbringt, wer davon profitiert. Nicht die Fischer in Havanna, das ist sicher. Nicht die alten Männer, die auf Veranden sitzen und Dominosteine auf Tische klatschen. schüttelt langsam den Kopf Nein, die bezahlen immer. Die bezahlen immer die Rechnung, die andere bestellt haben. Ich hab einmal einen Korrespondenten getroffen, war in Havanna in den zwanziger Jahren, sagte mir, die Stadt sei schön und traurig zugleich, wie ein Walzer, den niemand mehr tanzt, aber alle noch summen. Jetzt soll sie "als Nächstes dran" sein. Verdammt poetisch, wenn man's so sieht. die Lucky Strike glüht, der Rauch kräuselt sich zur Decke Das ist das Ding mit Drohungen, die öffentlich gemacht werden: Sie sind nie wirklich für denjenigen, dem sie gelten. Kuba weiß, was es weiß. Nein, die Drohung ist für die anderen, für die Leute zuhause, die eine starke Hand wollen, die auf den Tisch haut und sagt, wir sind die Größten, wir lassen das nicht durchgehen, wir zeigen's denen. Und die Leute, die das hören wollen, nicken und fühlen sich gut. Für fünf Minuten. Dann kommt die nächste Schlagzeile. lehnt sich zurück, der Stuhl ächzt eine Warnung Neunzig Meilen Wasser. Der Atlantik hat schon größere Männer geschluckt, die dachten, sie könnten ihm sagen, wo er aufzuhören hat.

✦ Ende des Artikels ✦
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