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DROHNEN ÜBER DEUTSCHEN FLUGHÄFEN: BÜROKRATIE STATT ABWEHR

12. Juni 2026 — — — Ada Voss, auf Sendung

Mein Büro riecht heute stärker nach Lötzinn als sonst. Vielleicht liegt es am Wetter. Vielleicht daran, dass ich wieder eine Frequenz gefunden habe, die mir nicht gefällt.

Drohnen. Kleine Flugkörper, ferngesteuert oder per Autopilot, mal so groß wie ein Vogel, mal so klein wie eine Hand. Propeller, Akku, ein Steuergerät, eine Kamera. Mehr braucht es nicht, um einen Airbus zum Landen zu zwingen. Mehr braucht es nicht, um eine Rollbahn für Stunden lahmzulegen. Die Technik ist nicht neu — der Funke, der sie trägt, ist alt. Ich habe 1937 noch Morsesignale von Hand getippt, Funkerin im Reichspostzentralamt, in einem Amt, das keine Frau haben wollte. Das Prinzip ist dasselbe: ein Sender, ein Empfänger, eine Absicht. Nur dass die Absicht heute nicht mehr Information ist. Sie ist Störung. Sie ist Drohung.

An deutschen Flughäfen steigt die Zahl der Drohnenangriffe rasant. So rasant, dass niemand mehr von Zufall reden kann. Frankfurt, München, Düsseldorf, Hamburg — die Liste wächst. Mal ist es eine einzelne Drohne, die ein paar Minuten kreist. Mal sind es mehrere, koordiniert, mit der klaren Absicht, den Betrieb zu unterbrechen. Und was tut der Staat? Er verhandelt. Zwischen Innenministerium und Verkehrsministerium, zwischen Bundespolizei und Flughafengesellschaft, zwischen Land und Bund. Jeder zuständig. Keiner verantwortlich. Das ist das Hickhack. Das ist das Kleinklein.

Ich kenne dieses Muster. Ich habe zugesehen, wie drei Abteilungen sich stritten, wer den Empfänger bezahlt, während das Signal längst durch war. Wer die Frequenz nicht kontrolliert, schreibt den Empfang ab. Wer die Abwehr nicht kontrolliert, schreibt den Himmel ab. So einfach ist das.

Drohnenabwehr ist kein Hexenwerk. Es gibt Störsender, die das Steuersignal überlagern — die Drohne taumelt, der Pilot verliert die Kontrolle, sie stürzt oder sie kehrt um, je nach Programmierung. Es gibt Radar, das auf Kleinstobjekte trainiert werden kann, mit genug Rechenleistung und geschickter Frequenzwahl. Es gibt Abfangdrohnen mit Netzen, mit Greifern, mit Projektilen. Es gibt akustische Erkennung, es gibt Wärmebild, es gibt künstliche Intelligenz, die Taube von Phantom unterscheidet. Alles vorhanden. Alles seit Jahren erprobt. Alles zu teuer. Alles zu bürokratisch. Alles zwischen den Stühlen.

Wer profitiert? Die Hersteller, die ihre Systeme nicht verkaufen, weil kein Auftrag kommt. Die Berater, die Gutachten schreiben. Die Anwälte, die klären, wem der Schaden gehört. Wer zahlt den Preis? Der Reisende am Gate, der nicht erfährt, ob sein Flug heute stattfindet. Der Pilot im Anflug, der ein unbekanntes Objekt sieht und ausweichen muss, mit dreihundert Menschen hinter sich. Der Lotse, der nichts in der Hand hat außer einem Telefon, einer Checkliste und der Gewissheit, dass die Checkliste niemand abgearbeitet hat. Die Reinigungskraft, die nachts auf der Piste steht. Die Fluggesellschaft, die keine Versicherung

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