Eskalation im Israel-Iran-Konflikt
Manchmal frage ich mich, ob die Geschichte überhaupt je vorwärts geht. Die Römer haben ihre Straßen gebaut und dann die Welt in Flammen gesetzt. Die Deutschen haben ihre Uhren umgestellt und sind trotzdem im Dunkeln gelandet. Und wir? Wir sitzen hier, tippen auf vergilbten Papier, während irgendwo ein Mann namens Hitler gerade dabei ist, Europa in eine neue Version von Schlacht um die Welt zu verwandeln. Die Presse nennt es „Friedenssicherung“. Ich nenne es Geschäft wie immer.
Gestern ist wieder ein Flugzeug abgestürzt. Nicht mal ein Bomber, nur so ein ziviler Dinger, vielleicht mit Passagieren drin. Die Zeitungen schreiben davon, als wäre es ein Verkehrsunfall – „Leichtes Unglück“, „keine größeren Schäden“. Dabei riecht es nach Öl und Angst, wenn die Leute durch die Straßen laufen. Als ob sie wüssten, dass das hier nur der Anfang ist. Die Börse ist im Keller, die Fabriken spucken Rüstungsgüter aus, und die Leute kaufen sich Schokolade wie Verrückte, als könnte man mit Süßigkeiten die Bomben stoppen. Die Depression war nur ein Vorspiel. Jetzt kommt die nächste Runde.
Ich erinnere mich an ’29, als die Banken zusammenbrachen und die Männer mit ihren Hüten in der Hand vor den Schaufenstern standen. Damals hat man ihnen gesagt, sie sollten geduldig sein. Jetzt sagt man den Frauen, sie sollen ihre Kinder in den Keller bringen. Und die Kinder? Die Kinder lachen noch, während die Erwachsenen sich streiten, wer schuld ist. Als ob Schuld etwas ändern würde.
Draußen, zwischen den Pfützen und den nassen Straßenlaternen, steht ein Mann und raucht. Er trägt einen Hut, der aussieht, als hätte er schon den letzten großen Krieg überlebt. Vielleicht hat er das auch. Vielleicht ist er einer von denen, die wissen, dass die Geschichte sich immer wieder wiederholt – nur mit anderen Namen und mehr Feuer.
Ich tippe weiter. Die Schreibmaschine stottert. Irgendwo tickt eine Uhr. Irgendwo wird gelacht. Irgendwo brennt es schon.
Und wir? Wir sitzen hier. Und wir schreiben. Weil es nichts anderes gibt. Weil die Welt sonst einfach so weiterlaufen würde – ohne uns, ohne Worte, ohne die verdammte Hoffnung, dass jemand zuhört.