← Zurück zur Titelseite Technologie

EU-Verträge und Predictive Policing: Kontroversen und Überwachungskritik

16. März 2026 — — — Ada Voss, auf Sendung

Am 15. April 2023 hat der Bundesrat die EU-Verträge an das Bundestag weitergeleitet. Gleichzeitig gibt es erhebliche Bedenken hinsichtlich der Einbindung von Predictive Policing-Systemen, die in einigen Studien als rassistisch diskriminierend eingestuft wurden. Die Bürgerinitiative für Frieden und andere Organisationen kritisieren die potenzielle Nutzung dieser Technologien, die massiv in die Zukunft Deutschlands einwirken könnten.

Die EU-Verträge, die nun vom Bundestag geprüft werden, umfassen Regelungen zur Datenüberwachung und -verarbeitung. Der Bundesrat hat die Verträge im letzten Quartal 2022 überarbeitet und sie nun an das Parlament weitergeleitet. Dieser Schritt ist ein wichtiger Meilenstein im Prozess der EU-Integration und der Einführung neuer Regelungen zur digitalen Überwachung.

In einem Artikel von heise online wird auf Studien hingewiesen, die Predictive Policing-Systeme als rassistisch diskriminierend einstufen. Diese Systeme sollen Kriminalität durch statistische Modelle vorhersagen und somit Präventionsmaßnahmen ermöglichen. Allerdings zeigen Studien, dass solche Systeme oft rassistische Vorurteile reproduzieren, indem sie bestimmte soziale Gruppen als besonders kriminell einstufen. Prof. Moring, ein Experte für Technologie und Gesellschaft, spricht von einem "Palantir-Kontrollsystem", das die Zukunft Deutschlands maßgeblich beeinflussen könnte.

Die Bürgerinitiative für Frieden hat in einer Telegram-Nachricht kritisiert, dass Predictive Policing die Grundrechte der Bürger gefährden könne. Die Initiative fordert eine gründliche Prüfung der Systeme und eine klare Regelung durch das Parlament, um Missbrauch und Diskriminierung zu verhindern.

Im EU-Parlament gibt es bereits erste Widerstände gegen Massenüberwachung. Die EU-Parlamentarier haben sich am 10. April 2023 gegen die Einführung von Massenüberwachungssystemen ausgesprochen, was die Einbindung von Predictive Policing-Systemen in die EU-Verträge weiter erschweren könnte. Die EU-Parlamentarier argumentieren, dass solche Systeme die Grundrechte der Bürger gefährden und zu einer massiven Überwachung führen könnten.

Die Kritik an Predictive Policing-Systemen ist jedoch umstritten. Während einige Experten die technologischen Vorteile hervorheben, betonen andere die potenziellen Risiken für die Bürgerrechte. Die EU-Verträge müssen daher eine sorgfältige Abwägung zwischen Sicherheit und Datenschutz finden, um Missbrauch und Diskriminierung zu vermeiden.

Die Weiterleitung der EU-Verträge durch den Bundesrat stellt eine wichtige Etappe im Prozess der EU-Integration dar. Die Verhandlungen im Bundestag und im EU-Parlament werden entscheidend sein, um die Einbindung von Predictive Policing-Systemen in die EU-Verträge zu klären und potenzielle Risiken zu reduzieren. Die Bürgerinitiative für Frieden und andere Organisationen fordern eine gründliche Prüfung der Systeme, um Missbrauch und Diskriminierung zu verhindern. Es bleibt abzuwarten, ob die EU-Verträge eine klare Regelung für Predictive Policing-Systeme finden werden oder ob es zu weiteren Kontroversen kommen wird.

✦ Ende des Artikels ✦
← Zurück zur Titelseite