Families search for loved ones after deadly Pakistan strikes on Kabul rehab
Die Vermisstenlisten in den Familienzentren von Kabul sind keine trockenen Akten mehr. Sie sind ein Albtraum aus Namen, Fotos und leeren Stühlen. Die Frau mit den blauen Augen, die immer um 18 Uhr die Kinder aus der Schule abgeholt hat? Weg. Der junge Mann, der im dritten Semester Medizin studiert hat und heute Morgen noch über seine Prüfungen gelacht hat? Auch er. Die Kinder, die noch nicht alt genug waren, um zu begreifen, warum ihre Eltern sie nicht mehr nach Hause bringen. Sie sitzen jetzt auf den Knien ihrer Großmütter und fragen, warum die Männer mit den Gewehren nicht einfach alle töten, die schießen können.
Ich habe solche Listen schon gesehen. In Aleppo. In Mariupol. Immer dieselbe Masche: Eine Handvoll Selbstmordattentäter, ein paar Dutzend Scharfschützen, und dann die Armee der Verzweiflung. Die Taliban und ihre Verbündeten wissen genau, wie man eine Stadt lahmlegt. Sie wissen, dass Kabul kein Militärstützpunkt ist. Sie wissen, dass die meisten Familien hier keine Waffen haben. Also schicken sie die Kinder. Die Frauen. Die Alten. Die Nutzlosen, wie es in den Trainingslagern der IS-K-Provinsialführung heißt. Die, die nicht kämpfen können. Die, die weinen.
Die politischen Hintergründe? Die sind so alt wie der Staub unter den Nägeln der Vermissten. Pakistan hat die Taliban nie wirklich losgeworden. Die Anschläge von gestern waren kein Akt der Rache – sie waren ein Geschäft. Die pakistanische Militärjunta hat seit Jahren heimlich Waffen an die Taliban verkauft. Nicht die alten AK-47s, die jeder in Afghanistan hat. Nein. Die haben Precision. Die haben GPS-gesteuerte Raketen, die auf Satellitenbildern gezielt werden. Die haben Drohnen, die nicht nur töten, sondern dokumentieren. Die Taliban wissen genau, wo die Familien der pakistanischen Offiziere wohnen. Sie wissen, wo die Kinder der CIA-Contractoren zur Schule gehen. Und jetzt? Jetzt holen sie sich Rache. Nicht mit Worten. Mit Körpern.
Die internationale Gemeinschaft? Die guckt zu. Wie immer. Die UNO redet von „tiefen Bedauern“. Die USA flüstern hinter verschlossenen Türen von „regionaler Instabilität“. Die EU? Die hat andere Sorgen. Hauptsache, die Ölpreise bleiben stabil. Die Menschen hier? Die haben keine Zeit für Diplomatie. Sie haben Zeit für Grabungen. Für Schreie. Für Leichen, die in Plastiksäcken auf der Straße liegen, weil die Müllabfuhr zu beschäftigt ist, um sie wegzuschaffen.
Ich war in zwei Kriegen. Ich habe gesehen, wie Divisionen aufmarschieren. Ich habe die Fabriken in St. Petersburg besichtigt, wo die Panzer für die syrische Front gebaut werden. Ich kenne das Geräusch von Explosionen. Ich kenne den Geruch von verbranntem Fleisch. Aber ich habe noch nie eine Stadt erlebt, die so absichtlich demoralisiert wird wie Kabul jetzt. Die Taliban wissen: Die Menschen hier haben keine Führung. Keine Waffen. Keine Hoffnung. Also brechen sie ihnen die Beine, einen nach dem anderen.
Die Familien der Vermissten beten. Sie schreien. Sie weinen. Und irgendwo in einem sicheren Haus in Dubai sitzt ein Taliban-Kommandeur und trinkt Tee, während sein Handy vibriert. Eine neue Liste. Neue Namen. Neue Erfolge.
--- Handlungsbedarf? Ja. Aber nicht der, den die Politiker wollen. Nicht mehr Reden. Nicht mehr Resolutionen. Die Welt muss aufhören, mit den Taliban zu verhandeln, als wären sie eine Partei. Sie sind eine Krankheit. Und Krankheiten werden nicht geheilt, indem man ihnen Zucker gibt. Sie werden behandelt, indem man sie ausbrennt.
Die Familien in Kabul warten nicht mehr auf Hilfe. Sie warten auf Gerechtigkeit. Und die kommt nicht in Form von Tränen oder Beileidsbekundungen. Die kommt in Form von Geschossen. Und die kommen von irgendwo. Nicht von hier. Nicht von Kabul. Sondern von denen, die wissen, dass sie kommen werden.
--- Falls du noch lebst, als du das liest: Such nicht nach deinen Toten. Such nach denen, die sie getötet haben.