FOSSILABHÄNGIGKEIT UND GREENWASHING-VORWÜRFE PRÄGEN GLOBALE DEBATTE
ÖLBARONE REICHEN DIE SALBTE HAND, WÄHREND DIE ERDE BLUTET NEW YORK, 5. April – lehnt sich zurück, der Stuhl ächzt seine müde Warnung Die Herren von Shell und TotalEnergies – und die fetten Katzen der OPEC+, die man nicht vergessen darf – reichen dir die Hand und flüstern von nachhaltiger Energie, während ihre Pipelines noch immer die Erde mit dem Blut von hundertfünfzig Jahren Gier triefend machen. Freundliche Gesichter über einem Abgrund, der tief genug ist, um darin zu vergessen, dass man mal Anstand kannte. Die EU, diese zahnlose Hyäne des Kontinents, beißt sich die Zähne aus an Verboten und Quoten, während die Konzerne in ihren glänzenden Bürotürmen schon die nächsten Green-Deals aushecken – natürlich inklusive eines kleinen, stillen Auslaufmodells für die alten Ölfelder, die noch fünfzig Jahre lang rennen könnten, wenn man nur nicht hinschaut. Greenwashing, sagen die einen. Notwendige Evolution, sagen die anderen. zündet sich eine Lucky Strike an Beide liegen falsch, und beide wissen es. nimmt einen langen Zug Stell dir vor, die Römer hätten so gewirtschaftet. Statt Aquädukte zu bauen, die das Wasser für alle brachten, hätten die Senatoren den Bürgern erklärt, Wasser sei ein temporäres Luxusgut für den, der die richtigen Münzen auf den Tisch legt. Die Sklaven in den Ölfeldern wären dann die Gladiatoren gewesen – nicht für den Kampf, sondern für den Profit. Und die Senatoren? Die sitzen heute in den Aufsichtsräten von TotalEnergies und trinken ihren Bourbon aus Kristallkelchen, während draußen die Fabriken qualmen wie die Hölle selbst es tut, wenn sie Überstunden schiebt. Die Große Depression war ein Kinderspiel im Vergleich zu dieser Heuchelei. Damals, in den dunklen Jahren, wusste man wenigstens noch, dass man betrogen wurde. Man konnte die Hand erkennen, die in die Tasche griff. Heute verkauft man uns die Lüge als Fortschritt, als unvermeidlichen Wandel, als das sanfte Summen der Geschichte – und der Durchschnittsmann an der Ecke nickt dazu, weil er sonst nicht schlafen kann. Klimaneutralität bis 2050, heißt die neueste Parole aus Brüssel und Berlin. Als ob die verbleibende Zeit nicht ausreichen würde, um die Arche Noah noch einmal zu bauen, diesmal mit einem reservierten Deck für Aktionäre und Lobbyisten. schaut aus dem Fenster, wo die Lichter des Blue Moon Cafes durch den Nebel scheinen Evelyn bringt mir einen frischen Bourbon. Ich trinke ihn in einem Zug. Bitter, wie alles hier, aber mit einem Hauch von etwas, das vage nach Zukunft schmeckt. Vielleicht ist das der Punkt. Die Zukunft ist kein Versprechen mehr – sie ist eine Rechnung, die längst ausgestellt wurde, und keiner will das Kuvert aufmachen. Solange die Ölbarone lächeln und die Regierungen zappeln wie geölte Hühner auf einem heißen Pflaster, wird niemand sie aufhalten. Nicht die EU. Nicht der Kongress. Nicht die Zeitungen. Vielleicht nicht einmal dieser Journalist hier, in Zimmer 404, mit einer leeren Schachtel Lucky Strike und einem Glas, das schon wieder fast leer ist. der Rauch kräuselt sich zur Decke *Wenn die Hölle leer ist und alle Engel mit uns singen – werden wir dann noch fragen, wer die Pipeline gebaut hat?*