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Gaza brennt – und die Welt schaut zu

7. Juni 2026 — — Morrison, over and out.

Die Raketen fallen wie ein ständiger Regen aus dem Himmel. Nicht der Regen von Jerusalem, der nach Ozon und Staub schmeckt, sondern der Schutt, der auf die Dächer der Flüchtlingslager fällt. In Gaza-Stadt steht die Luft still, verdickt von Rauch und dem Gestank verbrannten Plastiks. Die Menschen atmen ihn ein, während sie versuchen, ihre Kinder vor den Trümmern zu verstecken, die noch warm sind von den israelischen Bomben. Ein Arzt im al-Shifa-Krankenhaus sagt – unbestätigt, aber mit dieser drückenden Gewissheit, die nur wer kennt, der schon zu viele Leichen gezählt hat – dass die Notaufnahme seit drei Tagen kein Bett mehr frei hat. Die Toten werden auf dem Boden abgelegt, zwischen den Betten, während die Verletzten schreien. Die UNO spricht von einer humanitären Katastrophe. Das ist kein Übertreibung. Das ist ein Euphemismus.

Die Blockade bleibt. Die Korridore, von denen die Welt so viel redet, sind leere Versprechungen. Die Lastwagen mit Medikamenten und Nahrung bleiben an den Kontrollpunkten stehen, während die Soldaten mit Maschinengewehren auf die Menschen zeigen, die verzweifelt versuchen, ihre Familien zu füttern. Ein palästinensischer Lehrer in Rafah erzählt – seine Stimme bricht, als er von den Kindern spricht, die nicht mehr zur Schule gehen können, weil es keine Schule mehr gibt. „Die Kinder fragen mich: Warum schicken sie die Raketen? Warum lassen sie uns sterben? Ich weiß es nicht.“ Die Antwort kennt niemand. Außer vielleicht die, die sie schicken.

In Sderot, im Süden Israels, sitzen die Menschen in ihren Kellern und warten. Nicht auf den Morgen, sondern auf das nächste Signal. Die Sirenen heulen, und dann ist es still. Zu still. Die Raketen fallen nicht immer. Aber die Trauer schon. Ein israelischer Familienvater, dessen Bruder in einem Raketenangriff getötet wurde, sagt: „Jedes Mal, wenn ich meine Kinder ins Bett bringe, denke ich daran, ob ich sie morgen noch lebend wiedersehe.“ Die Regierung spricht von „Abschreckung“. Die Menschen sprechen von Angst.

Und dann sind da noch die Stimmen, die nicht gehört werden. Die Palästinenser im Westjordanland, die unter israelischen Militäroperationen leiden, während die Welt ihren Blick auf Gaza richtet. Die Lehrer, die Kinder warnen müssen, während sie selbst keine Schule mehr haben. Die Ärzte, die wissen, dass sie nicht mehr helfen können. Die Frauen, die ihre Männer verlieren, während die Männer ihre Frauen verlieren. Die Kinder, die lernen müssen, was Krieg bedeutet – nicht aus Büchern, sondern aus Fleisch und Blut.

Die Mächtigen reden von Diplomatie. Von Verhandlungen. Von Lösungen. Aber wer verhandelt mit dem Tod? Wer verhandelt mit der Verzweiflung? Die Antwort ist einfach: Niemand. Die Welt schaut zu. Und Gaza brennt.

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