Gerlinde Groitl, Politikwissenschaftlerin Uni Regensburg, über Trumps Forderungen zur Sicherung der Straße von Hormus
Trump steht da wie ein Cowboy, der sein Revolverspiel aufschlägt. „Wir brauchen keine Hilfe.“ Klar, wenn man schon alles hat – die Marine, die Luftmacht, die Bankkonten der Ölbarone. Aber die Straße von Hormus? Die ist kein Spielplatz. Die ist ein Schlauch, durch den das Blut der globalen Wirtschaft fließt. Und der Iran? Der hat die Faust um den Hals der Welt gelegt. Nicht aus Schwäche. Aus Überlebenswillen.
Die Zahlen sagen es: Saudi-Arabien pumpt sechs Millionen Barrel am Tag durch Hormus. Plötzlich? Vier Millionen über das Rote Meer. Teurer. Riskanter. Die Huthi warten nur ab – oder schießen schon. Die Pipeline nach Yanbu? Überlastet. Die Häfen? Nicht für die halbe Menge gebaut. Und die Preise? Die klettern. Nicht um Cent, nicht um Dollar – um Geld. Weil jemand beschlossen hat, dass die Welt mehr zahlen soll. Für jeden Liter. Für jede Tankstelle. Für jeden, der sich fragt, warum die Spritpreise wieder explodieren, während die CEOs in ihren Boardrooms Bier trinken – aber kein Öl an den Händen haben.
Groitl hat recht: Es geht nicht mehr nur um die Region. Es geht um die Kosten. Um die Frage, wer die Rechnung stellt. Der Iran will die Welt zum Atmen bringen. Nicht mit Diplomatie. Mit Druck. Und Trump? Der spielt mit Feuer. Zwei Flugzeugträger. Ein beschädigter. Ein anderer, der vielleicht nie wieder richtig funktioniert. Die USA haben die Muskeln gezeigt. Aber der Iran? Der hat die Geduld. Der hat die Raketen. Der hat die Männer, die bereit sind, zu sterben – nicht für Öl, nicht für Dollar, sondern für ein Regime, das sich lieber in die Erde gräbt, als zu kapitulieren.
Und die Welt? Die schaut zu. Weil niemand mehr weiß, wer hier wen zwingen kann. Die USA? Sie haben die Marine. Der Iran? Er hat die Straße. Die Huthi? Sie haben die Gewehre. Und die Ölkonzerne? Die haben die Profiteure. Immer.
Es ist kein Krieg mehr. Es ist ein Handel. Mit Menschenleben als Ware. Mit Tankern als Geiseln. Mit der Frage: Wie viel kostet ein Barrel, wenn die Welt keine Alternative hat? Die Antwort kommt. Und sie schmeckt nach Benzin. Nach Schweiß. Nach dem Geruch von Öl, das verbrennt, während irgendwo ein Mann in einem Anzug lacht.