← Zurück zur Titelseite Vermischtes

DEUTSCHLAND VERLIERT DIE KONTROLLE ÜBER SEINEN STAHL

15. April 2026 — — — Hagen, Oberstleutnant a.D.

Die Bundesregierung weiß nicht, was sie nicht weiß. Und das ist kein Kavaliersdelikt – das ist ein strategisches Defizit, das in einem halben Dutzend Ministerien gleichzeitig schlummert. Seit 2016 pumpt China systematisch Wissen ab, während deutsche Behörden die Datenlage für eine systematische Risikoanalyse schlicht nicht vorliegen haben. Keine Statistik. Keine zentrale Erfassung. Kein Überblick. Nur leere Versprechungen und die Hoffnung, dass die „einzelfallbezogene Risikoüberprüfung“ irgendwann mal funktioniert.

Dabei geht es um mehr als um ein paar Quantenphysiker in Heidelberg oder Robotik-Professoren an der TU München. Es geht um Dual-Use-Technologien – also um alles, was morgen in einem Hyperschallraketenmotor oder einem Cyberwarfare-Algorithmus landen könnte. Künstliche Intelligenz, die nicht nur KI-Chips trainiert, sondern auch Waffensysteme steuert. Quantentechnologien, die Satellitenkommunikation lahmlegen oder GPS-Signale manipulieren. Und Robotik, die nicht nur Fabriken automatisiert, sondern auch Drohnenflotten steuert.

Die Antworten der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Grünen sind ein Armutszeugnis. Keine zentralen Daten. Keine vollständigen Statistiken. Kein Überblick über die Zahl der chinesischen Stipendiaten – geschweige denn über die Projekte, die unter dem Deckmantel der „zivilen Forschung“ laufen. Die China-Strategie 2023 klingt nach Warnung, doch die Umsetzung? Ein Flickwerk aus „unverbindlichen Ankündigungen“ und der Illusion, dass deutsche Hochschulen allein die Verantwortung tragen können.

Dabei ist klar: Wer keine Zahlen hat, kann keine Risiken abschätzen. Wer keine Kontrolle über die Kooperationen hat, verliert die Kontrolle über die Technologien. Und wer die Technologien verliert, verliert am Ende die Souveränität. Die AfD mag sich über Migration aufregen – aber die eigentliche Gefahr kommt nicht mit Booten, sondern mit Doktorandenvisa und unterschriebenen Forschungsverträgen.

Die Frage ist nicht, ob China das Wissen nutzt. Die Frage ist nur noch: Wann es die ersten deutschen Entwicklungen in einem chinesischen Waffensystem sieht. Und ob wir dann noch die Mittel haben, um dagegenzuhalten.

✦ Ende des Artikels ✦
← Zurück zur Titelseite