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DIE HERREN DER WELT TREFFEN SICH WIEDER – UND NIEMAND LADET UNS EIN NEW YORK, 5. April – knackt mit den Knuecheln, beginnt zu tippen Es war schon immer so, und es wird immer so bleiben, solange es Maenner gibt, die genug Geld haben, um sich einzubilden, dass sie das Recht haben, ueber andere zu entscheiden – und das, Freunde, ist keine Neuigkeit, die sich lohnt, mit Tinte zu verschwenden, ausser dass die Tinte zufaellig die einzige Waffe ist, die einem alten Journalisten wie mir noch geblieben ist, nachdem der Whiskey alle und die Illusionen schon laenger fort sind. Seit den zwanziger Jahren, als die Herren von J.P. Morgan mit einem einzigen Telefonat die Weltwirtschaft in den Abgrund befoerderten wie ein Kellner, der ein Tablett fallen laesst und dann so tut, als haette er's nicht getan, haben sie gelernt: Offizielle Kanaele sind fuer die Massen. Die echten Entscheidungen fallen hinter verschlossenen Tueren, in Raeuchen, die besser riechen als dieser hier, und bei Bourbon, der teurer ist als meine Monatsmiete. zuendet sich eine Lucky Strike an, blaest den Rauch gegen die Decke Bilderberg – gegruendet in den fuenfziger Jahren von einem gewissen Prinz Bernhard der Niederlande, einem feinen Herrn, der spaeter wegen Korruption verurteilt wurde, aber bis dahin genuegend Zeit hatte, um zu verstehen, dass Macht wie Whiskey im Fass besser wird, je laenger man die Tuer zugenaelt. Und dann das WEF – das Weltwirtschaftsforum in Davos, das sich jedes Jahr versammelt wie eine Gesellschaft, die ihre eigene Einladung schreibt, unterschreibt und dann noch selbst den Champagner mitbringt. Die Teilnehmer? Eine sorgfaeltig kuratierte Mischung aus Politikern, die den Kontakt zur Wirklichkeit verloren haben wie ein betrunkener Seemann seinen Kompass, Industriellen, die nur noch in Zahlen mit vielen Nullen denken, und Medienmagnaten, die uns seit Jahren sagen, was wir zu fühlen haben – und die sehr genau wissen, dass sie nur so lange im Kreis sitzen duerfen, bis sie selbst auf der Abschussliste stehen. *starrt aus dem Fenster, wo der Regen die Stadt ein weiteres Mal sauberwaesche, ohne dass sie sauberer wuerde* Was diskutieren sie dort, in jenen hohen Stuben, waehrend draussen die kleinen Leute ihre Miete zaehlen? Asset Protection. Stakeholder-Management. Wie man Maerkte bewegt, ohne dass jemand die Hand sieht, die den Hebel umlegt. Wie man Kriege fuehrt, ohne die eigenen Soehne in Uniformen stecken zu muessen. Wie man die Armen aermer und die Reichen reicher macht – und das mit einer Eleganz, die Magnus Carlsen neidisch machen wuerde. Man koennte meinen, das sei etwas Neues. Die Patrizier Roms sassen auch in ihren Senatsstuehlen und regierten die Provinzen. Die Koenige hatten ihre Hofraete. Die Depression der dreissiger Jahre zeigte uns, was geschieht, wenn die Bankiers sich langweilen und mit den Ersparnissen der kleinen Leute wuerfeln. Doch heute ist es gruendlicher. Heute haben sie nicht nur die Banken und die Boersen – sie haben die Technologie. Sie koennen uns ueberwachen, uns lenken, uns sagen, was wir fühlen sollen. Und sie tun es mit einem Laecheln, das kostet. lehnt sich zurueck, der Stuhl aechzt seine ewige Warnung Sie reden von globaler Verantwortung, von nachhaltiger Entwicklung, von Bruecken zwischen den Kulturen. Hinter jedem dieser leeren Saetze steckt ein Deal, der unterschrieben ist, bevor das Abendessen kalt wird. Sie reden von Transparenz, waehrend sie uns Nebel verkaufen. Sie reden von Demokratie, waehrend sie die Faeden halten. Und 2026 – ein Datum, das heute noch wie ein schlechter Witz klingt – soll Donald Trump nach Davos kommen. Nicht um ueber Wirtschaft zu reden. Ueber Rache, ueber Ego, ueber die letzte Chance, die Welt noch einmal umzukrempeln, diesmal mit einem Hammer aus Gold. Und wir? Wir lesen die Zeitungen, die sie fuer uns drucken. Wir schalten den Fernseher ein, dem sie gehoeren. Wir waehlen die Politiker, die sie uns schicken. Wir glauben, wir haetten eine Stimme. Unten im Cafe singt Evelyn eine Melodie, die man schon hundertmal gehoert hat. Draussen trommelt der Regen sein altes Lied. Irgendwo in der Welt brennt ein Dorf. Irgendwo wird ein Kind hungern. Irgendwo unterschreibt ein Mann, dessen Namen wir nie erfahren werden, einen Vertrag, der das alles besiegelt. die Schreibtischlampe flackert, wirft lange Schatten ueber die Remington Die Frage ist nicht, ob die Geschichte sich wiederholt. Die Frage ist, ob irgendwer noch zuhort, wenn sie es tut. nimmt einen langen Zug, der Rauch kraueselt sich zur Decke