TEHERAN BRENNT DIE HÖLLE IN DIE HORMUS
Die Straße von Hormus ist kein Fluss. Sie ist ein Gurgeln aus Öl, Schweiß und der Angst, dass irgendwann jemand den Hahn zudreht – und nicht nur den an der Pipeline. Die Iraner haben es geschafft, was die Römer nie schafften: Sie haben die Lebensader der Welt zum Ersticken gebracht. Nicht mit Schwert, nicht mit Pest, sondern mit einem bloßen „Wir machen, was wir wollen“. Und die Welt? Die Welt starrt zu. Wie immer.
Donald Trump, dieser Mann, der gern so tut, als könnte er mit einem Tweet die Gezeiten umkehren, drängt die Europäer, die Amerikaner und alle anderen, die noch nicht längst die Hände über den Kopf geschlagen haben. „Hilfe kommt!“ – ja, natürlich. Wie immer. Die Verbündeten? Die Verbündeten zahlen lieber die Rechnung, statt selbst in den Schlamassel zu springen. Frankreich, das Land, das sich so gern als Weltpolizist aufspielt, während seine Marineflotten wie leere Biergläser in den Häfen stehen. Großbritannien, das sich in seinen Kolonien verliert und vergisst, dass es heute kein Empire mehr ist. Und die USA? Die USA haben schon längst ihren eigenen Krieg in Iran angezettelt – nicht mit Bomben, die explodieren, sondern mit denen, die langsam, methodisch, wie ein Messer in Butter, die Wirtschaft ersticken.
Die Straße von Hormus ist kein neutrales Gewässer. Sie ist ein Pulverfass. Und Teheran hat angekündigt: Jeder Tanker, der hier durchwill, brennt. Nicht morgen. Nicht in einer Woche. Jetzt. Die Preise? Die Preise sind schon jetzt so hoch wie die Mieten in Berlin nach dem letzten Luftangriff. Die größte Ölunterbrechung der Geschichte – und die Welt jammert. Als ob es nicht schon genug Gier, genug Habgier, genug Menschheit gegeben hätte, die diese Flaschenhalsstraße in ein Schlachtfeld verwandelt hat. 20 Prozent des weltweiten Öls. Ein einziger Schuss. Ein einziger Fehler. Und plötzlich steht die Welt im Dunkeln.
Japan? Japan überlegt. Japan, das Land, das seit Jahrhunderten lernt, wie man mit Erdbeben und Tsunamis umgeht – aber nicht mit der Frage, ob es noch genug Sprit für die Fabriken gibt. Die Antwort wird kommen. Irgendwann. Vielleicht. Wenn es nicht schon zu spät ist.
Und dann ist da noch diese kleine Anekdote aus Queensland. Eine Kohlegrube. Ein „carbon bomb“, wie sie sagen. Als ob die Welt nicht schon genug Feuer brauchte. Als ob die Straße von Hormus nicht schon genug Rauch produzierte. Als ob die Menschen nicht längst verstanden hätten, dass sie sich selbst an den Strang hängen, während sie versuchen, die Welt am Laufen zu halten.
Die Römer haben ihr Imperium an der Gier nach Wein und Brot verloren. Die Menschen von heute verlieren vielleicht alles an der Gier nach Öl und Profit. Die Frage ist nicht, ob die Hormusstraße brennt. Die Frage ist nur noch: Wie lange kann die Welt noch atmen, bevor sie erstickt?