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Globale Rüstungsexporte und Dual-Use-Technologien: Waffenhandel und geopolitische Verstrickungen

23. März 2026 — — — Hagen, Oberstleutnant a.D.

Deutschland hat im letzten Jahr 1,2 Milliarden Euro an Waffen und Dual-Use-Technologie an die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien exportiert – offiziell für „Sicherheitsinteressen“. Unoffiziell für etwas anderes. Die Saudis brauchen keine Patrouillenboote für die Küstenwache, wenn sie mit deutschen U-Booten-Torpedos ihre eigenen Bürger bombardieren. Und die Emirate? Die kaufen nicht nur Kampfdrohnen, sondern auch die Software, die sie steuert – damit die Piloten in Dubai sitzen und in Jemen fliegen können, ohne dass jemand fragt, wer da eigentlich stirbt. Die Zahlen sind sauber: 42 Tornado-Kampfjets, 180 Leopard-Panzer (die man später doch nicht liefert, weil die Ukrainer sie brauchen), und 30.000 Stück 155-mm-Granaten. Alles legal. Alles mit Genehmigung. Alles, bis die Bilder kommen – Kinder in Trümmern, die niemand bestellt hat.

Doch das ist nur die halbe Mahlzeit. Die andere kommt aus Russland. 2021 und 2022, als noch niemand wusste, dass Putin die Ukraine angreifen würde, hat Deutschland Dual-Use-Güter im Wert von 1,8 Milliarden Euro an Moskau geliefert. Nicht direkt Waffen – das wäre zu offensichtlich gewesen. Sondern Dinge, die man auch für Raketenmotoren, U-Boot-Antriebe oder Cyberangriffe braucht: Halbleiter, Präzisionsmaschinen, sogar Kühltechnik für Supercomputer. Die Chinesen haben dazugesteuert. Offiziell distanziert sich Peking von Putin, aber die Lieferketten laufen weiter. 2025 hat China laut BBC „Dual-Use-Technologie“ im Wert von 4,5 Milliarden Dollar an Russland verkauft – darunter Komponenten für Hyperschallwaffen, die jetzt über Donezk fliegen. Die Russen nennen es „technologische Zusammenarbeit“. Die Ukrainer nennen es „wie man mit deutschen Werkzeugen deutsche Städte bombardiert“.

Lockheed Martin hat in Saudi-Arabien gerade eine neue „C2-Software-Fabrik“ eröffnet. C2 steht für Command and Control – also die Schaltzentrale, in der man Bomben auf Ziele setzt, die man nicht mal auf der Karte findet. Die THAAD-Raketen, die die Saudis jetzt haben, sind teuer (150 Millionen Dollar pro System), aber sie schützen vor iranischen Raketen – oder auch nicht. Die USA haben seit 2020 12 Hyperschallwaffen getestet. Die Chinesen haben 2025 ihren ersten einsatzbereiten Hyperschallglider vorgestellt. Und die Russen? Die haben einfach die deutschen Motoren genommen und sie auf ihre eigenen Raketen geschraubt. Dual-Use ist kein Zufall. Es ist eine Strategie.

Die deutsche Rüstungslobby hat 2022 12 Millionen Euro an Parteien gespendet. Nicht als Geschenk, sondern als Investition. Die SPD bekommt 2,8 Millionen, die Union 3,5 Millionen, die Grünen 1,1 Millionen – weil jemand sicherstellen muss, dass die Exportgenehmigungen kommen, auch wenn die Bilder aus Mariupol noch frisch sind. Die Frage ist nicht, ob die Technologie in den Krieg landet. Die Frage ist nur: Wann und wie viel.

Und dann ist da noch China. Offiziell kritisiert Peking die US-Sanktionen gegen Russland. Unoffiziell liefert es alles, was Moskau braucht – von Halbleitern für Drohnen bis zu Bagger für die Panzerfabriken in Kursk. Die USA drohen mit Gegenmaßnahmen. Die Chinesen lächeln. Sie wissen, dass sie nicht nur Waffen verkaufen. Sie verkaufen Zeit. Zeit, um die Ukraine zu erschöpfen. Zeit, um die NATO zu spalten. Zeit, bis die nächsten Lieferungen kommen – und die nächsten.

Also: Ja, der Stahl kommt. Und ja, er wird benutzt. Nicht für die Verteidigung, nicht für die Abschreckung – sondern dafür, dass jemand anders die Rechnung bezahlt. Die Frage ist nur, wer am Ende die Trümmer aufräumt. Und ob wir es noch rechtzeitig merken.

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