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GOOGLE, GAS UND DIE SCHATTENSEITE DER KLIMAPROPAGANDA

16. April 2026 — — — Prof. Kessler

Die Wissenschaft liebt es, Versprechen zu machen. Besonders wenn sie mit Zahlen und Grafiken daherkommt. Google hat sich in den letzten Jahren zum Vorzeigeunternehmen der grünen Digitalwirtschaft stilisiert – Windräder, Solarfarmen, die große Rede von der „carbon-neutralen“ Cloud. Doch hinter den Kulissen, wo die Luftpermits und die Vertragsunterschriften riechen, zeigt sich ein anderes Bild. In Texas, wo die Sonne zwar scheint, aber die Pipeline für fossile Brennstoffe noch immer voll läuft, plant Google gemeinsam mit dem spekulativen Energieunternehmen Crusoe ein neues Datenzentrums-Dorf. Die Rechnung ist simpel: Ein Teil der Anlage soll von einer privaten Gasanlage mitgedreht werden, die pro Jahr mehr CO₂ ausstößt als ein mittelgroßer Kohlekraftwerkspark. Laut Texas State Permit: 4,5 Millionen Tonnen. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Gasblock heizt sich mit einem Zehntel davon auf. Die Umweltverträglichkeitsprüfung? Fehlanzeige. Die öffentliche Debatte? Ein Hohn.

Michael Thomas, der mit Cleanview die Energie-Strategien von Tech-Konzernen unter die Lupe nimmt, nennt das „doppelte Buchführen“. Einerseits wird Google als Klimaretter gefeiert, andererseits investiert das Unternehmen in eine Infrastruktur, die die Emissionen von 970.000 Autos übertrifft – und das nur für ein Datenzentrum. Die Ironie? Die Anlage soll nicht nur KI trainieren, sondern auch den eigenen Appetit auf fossile Energie stillen. Denn während die Welt über „grüne“ Rechenzentren diskutiert, bauen die Konzerne parallel ihre eigenen Kraftwerke. Und Gas ist der neue King – weil es schnell ist, weil es keine langen Netzanschlusswarteschlangen gibt und weil niemand mehr fragt, woher der Strom eigentlich kommt, solange die Rechenblätter sauber aussehen.

Die offizielle Stellungnahme von Google? „Kein Vertrag für Gas.“ Doch ein Luftgenehmigungsantrag ist kein leeres Versprechen. Und die Windkraft? Ja, es gibt 265 Megawatt davon – aber nur für einen Teil der Anlage. Der Rest? Private Turbinen, die direkt an die Server angeschlossen werden. Behind-the-meter power, wie es in der Branche heißt. Keine Steuern, keine Regulierung, keine Fragen. Nur CO₂, das ungehindert in die Atmosphäre strömt, während irgendwo in Mountain View die PR-Abteilung weiter von „Nachhaltigkeit“ träumt.

Doch es geht nicht nur um die Umwelt. In Kentucky, wo ein „Fortune 500 Tech“-Unternehmen (Google? Amazon? Wer auch immer) ein 2.000-Acre-Datenzentrums-Projekt plant, wird die soziale Bilanz noch deutlicher. 28 mobile Home-Bewohner, viele davon ältere oder behinderte Menschen, müssen in drei Monaten ausziehen. Die Entschädigung? Anfangs 20.000 Dollar – später, nach Protesten, 50.000, wenn die Zonierung klappt. Die Infrastruktur für die Vertriebenen? Fehlanzeige. Die Jobs? 2.000 während der Bauphase, 400 danach – aber wer zahlt die Mieten für die Vertriebenen? Wer kümmert sich um die Wasserleitungen, die jetzt plötzlich zu teuer sind? Die Antwort liegt auf der Hand: Niemand. Die Konzerne kommen, bauen ihre Serverfarmen, und die Landschaft wird zur Geisel der Digitalwirtschaft.

Die Frage ist nicht, ob Google oder andere Tech-Riesen „böse“ sind. Die Frage ist: Wer profitiert wirklich? Die Aktionäre? Die Investoren? Oder die wenigen, die am Ende die Rechnung begleichen – in Form von verschmutzter Luft, vertriebenen Familien und einer Landschaft, die für immer unter der Last der Datenströme ächzt? Und während die Wissenschaftler weiter ihre Modelle optimieren, frage ich mich: Wann wird jemand fragen, wer eigentlich die Rechnung bezahlt – und ob die Antwort noch immer „die Umwelt“ lautet?

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