DIE HÖLLE HEIßT SOUTH PARS – UND DIE RECHNUNG KOMMT JETZT
Der Rauch aus der Zigarette hängt wie ein Vorhang zwischen mir und der Welt da draußen. Draußen regnet es, aber das ist nur noch ein Hintergrundgeräusch, so wie das Klappern der Schreibmaschine oder das leise Stöhnen der Heizung, die seit gestern wieder streikt. Die Terminal Tribune schickt mich in die Hölle – und ich bin froh, dass ich nicht derjenige bin, der die Rechnung begleichen muss. Aber die Leser sollen es wenigstens wissen, bevor sie die nächste Steuererklärung ausfüllen.
Es ist kein Krieg mehr. Es ist ein Geschäft. Und die Buchhalter im Pentagon haben gerade die Zahlen auf den Tisch geklatscht: 200 Milliarden Dollar. Nicht für die Verteidigung. Nicht für die Diplomatie. Sondern für den Kampf. Für die Bomben, die Raketen, die Schiffe, die in Flammen aufgehen wie die LNG-Anlagen in Katar. Für die Munition, die sie brauchen, um die Südparsfelder zu massiv zerblasen, wie es Trump so treffend formuliert hat. Viermal so viel wie ursprünglich geplant. Und die Zahl könnte steigen. Weil Geld, wie immer, kein Problem ist – solange es nicht in den eigenen Taschen brennt.
Die Römer haben Rom mit Gold gebaut. Die Amerikaner bauen jetzt eine neue Hölle – und die Rechnung schicken sie an uns. An die Steuerzahler. An die Familien der Marines, die ihre Urlaubspläne platzen lassen, um in die Wüste zu marschieren. An die Kinder, die in Teheran oder Gaza lernen müssen, wie man unter Bombenalarm die Luft anhalten muss. Und an die drei palästinensischen Frauen, die jetzt tot sind, weil jemand in Washington beschlossen hat, dass Rache ein gutes Geschäft ist.
Alles begann mit Gas. Mit dem Südparsfeld, diesem gigantischen, flammenden Monster unter dem Persischen Golf, das genug Energie liefert, um Europa für ein Jahrzehnt zu heizen. Und dann kam Israel. Immer diese Israelis. Immer mit ihren strategischen Überlegungen. Sie haben das Feld angegriffen – nicht aus Notwehr, nicht aus Notstand, sondern weil es geht. Weil sie können. Weil die Amerikaner ihnen die Hand halten. Und jetzt? Jetzt zünden die Iraner zurück. Nicht mit Diplomatie. Nicht mit Worten. Mit Feuer. Mit Raketen, die in den West Bank einschlagen und Frauen töten. Mit Schiffen, die in Flammen aufgehen vor den Küsten der Emirate. Mit einer Drohung, die so alt ist wie die Menschheit selbst: Wir nehmen, was ihr uns genommen habt.
Die Ölpreise klettern. $110 das Barrel. Die Welt atmet flacher. Die Blockade von Hormuz wird zur Realität – nicht nur als Drohung, sondern als Strategie. Weil wenn das Öl nicht fließt, fließt auch das Geld nicht. Und dann? Dann wird die Depression von 1929 wie ein Kindergeburtstag aussehen. Die Banken zittern schon jetzt. Die Börsen sind nervös. Und die Politiker? Die Politiker sitzen da wie betrunkene Generäle und reden von Zivilisten schützen. Als ob es nicht sie wären, die die Zivilisten in die Schusslinie stellen. Als ob Macron mit seinem Moratorium nicht einfach nur die Fassade glätten will, während die Bomben fallen.
Und dann ist da noch die Frage, die keiner stellt: Wann hört das auf? Die Römer haben ihr Reich mit Blut und Gold gebaut. Die Amerikaner bauen jetzt eine neue Ära – und sie nennen es Operation Epic Fury. Ein Name, der klingt wie ein schlechter Western. Wie ein Film, in dem am Ende alle tot sind. Die Pentagon-Bürokraten reden von Kosten. Von Ammunition. Von Veteranen. Als ob Krieg ein Supermarkt wäre, in dem man einfach mehr kaufen kann. Als ob die Toten nur ein Nebenprodukt wären.
Ich habe schon Kriege gesehen. Den letzten in Europa. Die Straßen voller Trümmer, die Kinder mit leeren Blicken. Die Männer, die nach Hause kamen – oder nicht. Die Frauen, die die Rechnungen bezahlten. Die Iraner werden zahlen. Die Amerikaner werden zahlen. Die Iraner werden zahlen. Die Ölscheichs werden zahlen. Und am Ende? Am Ende bleibt nur die Frage: Wer hat gewonnen?
Die Antwort kommt nicht. Weil es keine gibt. Nur noch Rauch. Und das leise Klicken der Schreibmaschine.
Und irgendwo da draußen singt Evelyn immer noch. Aber ihre Stimme ist nur noch ein Echo.