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Heute auf unserem Terminal

3. April 2026 — Von unserem Korrespondenten, Büro 404

GAS ALS WAFFE: MOSKAUS LANGER ARM ERWUERGT EIN KLEINES LAND NEW YORK, 3. April - zündet sich eine Lucky Strike an, die Schreibmaschine knarzt Es gibt Momente, da legt man das Blatt, das unter der Tür durchgeschoben wurde, beiseite, gießt sich einen Bourbon ein, und denkt: Dieselbe Geschichte. Anderer Kontinent. Anderes Datum. Derselbe schmutzige Trick. Gazprom – das ist Moskaus langer Arm in Nadelstreifenanzügen – hat am ersten Oktober 2022 die Gashähne nach Moldau und seiner abtrünnigen Tochter Transnistrien zugedreht. *nimmt einen langen Zug* Offizieller Grund: ein Finanzstreit. Der wahre Grund, so raunt es durch die Flure der Macht, sind westliche Sanktionen, die die Zahlung für russisches Gas schlicht unmöglich machen. Man nennt das Diplomatie. Ich nenne es: ein Messer, das man jemandem hinhält und fragt, warum er sich nicht selbst schneidet. Transnistrien, dieses kleine Stück Land zwischen Dnestr und Verzweiflung, eine prorussische Separatistenregion, die niemand offiziell kennt und die trotzdem Renten, Gehälter und Schulen bezahlen muss – steht seitdem vor dem wirtschaftlichen Kollaps. Die Gewinne der halbstaatlichen Banken Sberbank und Eximbank werden hastig in den Regionalhaushalt umgeleitet, um das Schlimmste zu verhindern. Eine Notoperation am offenen Herzen. Mit einem Taschenmesser. lehnt sich zurück, der Stuhl ächzt eine Warnung Die EU – jene geschäftige Maschinerie in Brüssel, die auf Formulare spezialisiert ist – hat elf Sanktionspakete gegen Russland verabschiedet. Zehn russische Finanzinstitute vom SWIFT-System ausgeschlossen, Vermögenswerte eingefroren, Exportverbote verhängt. Ungarn, Slowakei, Österreich bluten dabei mit, denn sie wickelten ihre Gaszahlungen brav über die Gazprombank ab. Der Kontinent schießt sich selbst ins Knie und nennt es Standhaftigkeit. Gleichzeitig macht Brüssel Chișinău – der proeuropäischen Regierung in Moldaus Hauptstadt – ein Angebot: Die EU bezahlt die Gaslieferungen nach Transnistrien, wenn Transnistrien wieder Strom in den westlichen Teil Moldaus liefert. Eine Tauschbörse. Ein Schachzug auf einem Brett, auf dem Moskau die Hälfte der Figuren bewegt. schaut aus dem Fenster, wo der Regen die Neonlichter in Pfützen verwandelt Russland fordert von Transnistrien keine Zahlung für das Gas. Ein Geschenk unter Freunden – oder, je nach Lichteinfall, eine unsichtbare Leine um den Hals. Die OSZE beobachtet. Protokolliert. Beobachtet weiter. Ihre Mission beschränkt sich auf drei Dimensionen und zehn Prinzipien aus Helsinki – und eine Krim, auf die sie keinen Zugang hat, weil Moskau dort das Sagen hat. Bevorstehende Wahlen in Moldau im Jahr 2025. Die politische Stabilität des Landes hängt an einem Gashahn. schnaubt leise, die Lucky Strike glüht in der Dunkelheit Die Kleinen frieren. Die Großen verhandeln. Das Gas strömt dorthin, wohin der Wille des Stärkeren es lenkt. Wer glaubt, das sei Wirtschaft, hat noch nie in dieser Stadt einen Winter erlebt. der Ventilator knarzt, rührt nur die verbrauchte Luft von gestern um

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