Heiliges Holz, heiliger Strom: Brüssels doppeltes Spiel mit dem Klima
1937. Die Wissenschaft verspricht viel. Ich notiere.
Die Pfeife glimmt. Auf dem Schreibtisch liegen drei Meldungen aus derselben Woche. Alle aus Brüssel. Alle mit dem Wohlklang der Tugend. Und alle — bei näherem Hinsehen — mit dem Beigeschmack der Heuchelei.
Beginnen wir mit dem Holz. Hubert Aiwanger hat das Verbrennen von Holz kürzlich als „Klimaretter" gepriesen. Holz, so das Argument, sei CO₂-neutral, weil der Baum während seines Wachstums dieselbe Menge Kohlendioxid aus der Atmosphäre zieht, die bei der Verbrennung wieder freigesetzt wird. Eine wunderbare Bilanz. Eine wunderbare Vereinfachung. Die Fachwelt — der IPCC, das Umweltbundesamt — winkt seit Jahren ab. Holz verbrennen setzt CO₂ frei. Sofort. Nicht in hundert Jahren, wenn ein neuer Baum nachgewachsen ist. Die Bilanz ist eine Funktion der Zeit, der Sortimente, der Transportwege. Hackschnitzel aus Durchforstungsresten mögen noch halbwegs klimaneutral sein. Ganze Stämme aus alten Wäldern, verheizt in Großanlagen, sind es nicht. Es ist, als würde man argumentieren, ein Bankraub sei neutral, weil das Geld irgendwann wieder im Umlauf sei. Die EU-Kommission fördert diese Holzverbrennung dennoch. Im Namen des Klimaschutzes. Mit Fördergeldern für Green Energy und Klimaschutzmaßnahmen. Während sie gleichzeitig jene subventioniert, die daraus ein Geschäftsmodell gemacht haben. Wer profitiert? Die skandinavischen Forstkonzerne. Die österreichische Holzindustrie. Und jene, die in Brüssel Lobbyarbeit leisten — jene Tätigkeit, die physikalische Realität in Marketingrhetorik verwandelt.
Nun zum Strom. Die EU-Kommission plant, ab