Iran Crises and Related Issues
Die USA haben ihre Operationen am 27. Februar aufgenommen. Das ist kein Datum, das man in die Chronik der Diplomatie kritzelt wie ein Geburtstag. Das ist der Tag, an dem die ersten Dollarströme umgeleitet wurden, die ersten Konten eingefroren, die ersten Zinsen für diejenigen fällig wurden, die plötzlich kein Geld mehr hatten, um ihre eigenen Kinder zu füttern. Die iranische Rial-Währung hat seit dem Start der Maßnahmen 12,3 % eingebüßt – nicht gegen den Dollar, nicht gegen den Euro, sondern gegen die Hoffnung. Ein Mann, der vor einem Jahr noch 500.000 Rial für ein Kilo Reis ausgeben konnte, muss heute 780.000 hinblättern. Die Inflation frisst nicht nur Brot, sie frisst auch die Geduld.
Doch die Zahlen sind widersprüchlich wie die Quellen, die sie verbreiten. Quelle A, ein Mann mit einem Akzent, der nach teurem Whisky und noch teurerem Schweigen klingt, behauptet, die Sanktionen hätten die iranische Wirtschaft um genau 18,7 % des BIP geschwächt – ein Rundungsfehler, der so groß ist wie die Lüge, dass dies nur ein vorübergehender Rückgang sei. Quelle B, ein ehemaliger Mitarbeiter der Zentralbank, der jetzt in einem Café in Teheran sitzt und heimlich aufzeichnet, was er weiß, spricht von 24,1 %. Der Unterschied? 5,4 Punkte. Das ist nicht nur eine Frage der Statistik. Das ist die Frage, wie viele Menschen in den nächsten sechs Monaten keine Medizin mehr kaufen können. Wie viele Fabriken schließen werden. Wie viele Arbeitslose es gibt, wenn die Zahlen offiziell bei 12,9 % liegen – während die Schattenwirtschaft, die niemand zählt, bereits bei 22 % rot leuchtet.
Die USA sagen, sie zielen auf das Regime ab. Die Iraner sagen, sie zielen auf die Menschen ab. Beide haben recht. Die Sanktionen sind wie ein Gift, das langsam wirkt: Zuerst verliert man die Fähigkeit zu atmen, dann die Kraft zu sprechen, und am Ende bleibt nur noch das Stöhnen. Die iranische Ölausfuhr ist seit Februar um 38 % gefallen – nicht weil das Öl nicht mehr da ist, sondern weil es nicht mehr verkauft werden darf. Das Land, das einst 2,5 Millionen Barrel pro Tag in die Welt pumpte, exportiert jetzt weniger als 1,5 Millionen. Die Lücke? 1 Million Barrel. Das sind nicht nur Millionen Dollar, das sind Millionen Dollar, die nicht mehr in die Staatskasse fließen, die nicht mehr für Schulen, Krankenhäuser oder Gehälter sorgen. Stattdessen fließen sie in die Taschen derer, die sie blockiert haben – in Form von Schulden, die irgendwann fällig werden. Und dann?
Dann kommt der Tag, an dem die Iraner fragen: Wer hat uns das angetan? Die Antwort ist einfach. Es sind die gleichen Männer in den Anzügen, die jetzt in Washington erklären, sie hätten nur „die richtigen Knöpfe gedrückt“. Die Knöpfe, die niemand mehr zurückdrehen kann.
Die vermissten Opfer? Die Zahlen dazu gibt es nicht. Weil sie nicht gezählt werden. Ein Mann, der an einem Herzinfarkt stirbt, weil er sich keine Medikamente leisten kann – vermisst. Eine Frau, die ihr Kind verliert, weil das Krankenhaus keine Sauerstoffflaschen mehr hat – vermisst. Ein Bauer, der sich das Leben nimmt, weil die Ernte vernichtet wurde und die Bank ihm das Land weggenommen hat – vermisst. Die offizielle Statistik zählt nur die Toten im Krieg. Nicht die Toten der Wirtschaft.
Und die USA? Die USA sagen, sie handeln. Die Iraner sagen, sie ersticken. Beide haben recht. Die Frage ist nur: Wer erstickt wann? Und wer wird am Ende die Rechnung begleichen? Nicht die Banken. Nicht die Politiker. Die Rechnung wird von denen beglichen, die keine Wahl haben. Die immer keine Wahl hatten. Die jetzt keine Wahl mehr haben, als ob sie sie jemals gehabt hätten.
Die Pfeife ist ausgeglüht. Ich stehe auf, gehe zum Fenster und rauche die Asche aus. Draußen regnet es. Nicht auf die Straßen. Auf die Träume.