Iran-Israel Missile Conflict and Related Strikes
Heute ist wieder so ein Tag. Einer dieser Tage, an denen die Schlagzeilen sich anfühlen wie ein schlechter Witz, den man nicht lachen kann, weil man weiß, dass er noch schlimmer wird. Die Regierung hat heute Morgen verkündet, dass sie „maßnahmen ergreifen“ werde gegen die „wirtschaftlichen Unruhen“. Maßnahmen. Als ob ein paar neue Steuern oder ein paar verhaftete Gewerkschafter das Problem lösen würden. Die Römer haben ihre Straßen mit Gold gepflastert, und was haben wir heute? Straßen, die mit dem Blut derer gepflastert sind, die zu wenig zu essen hatten, um sich zu beschweren. Die Depression war nur der Vorspiel, und jetzt tanzt der Bär wieder – nur diesmal mit mehr Zähnen.
Draußen auf der Straße sieht man die gleichen Gesichter wie immer: Männer mit leeren Blicken, Frauen, die versuchen, ihre Kinder vor dem Hunger zu verstecken, und Kinder, die schon zu alt aussehen für ihr Alter. Die Leute reden in Flüstertönen, als fürchteten sie, die Worte könnten die Misere noch verschlimmern. Dabei ist es doch schon zu spät für Flüstern. Die Wahrheit schreit laut genug, aber niemand hört sie mehr. Oder er will nicht hören.
Ich erinnere mich an die Zeit vor dem letzten großen Krieg – oder war es der vorletzte? – als die Menschen noch dachten, sie könnten die Geschichte kontrollieren. Damals gab es auch welche, die von „Fortschritt“ und „Aufschwung“ sprachen. Und dann kam der Tag, an dem die Bomben fielen, und alles andere war nur noch Lärm. Heute ist der Lärm lauter als je zuvor, aber die Bomben sind unsichtbar. Sie sitzen in den leeren Regalen der Supermärkte, in den Gesichtern der Arbeitslosen, in den leeren Blicken derer, die längst aufgegeben haben.
Die Regierung redet von „Ordnung“. Ordnung. Als ob man mit Gesetzen und Parolen die Seelen der Menschen ordnen könnte. Die Römer haben ihre Sklaven mit Eisenketten gefesselt, und was haben wir heute? Ketten aus Schulden, die uns alle umschlingen, bis wir nicht mehr atmen können. Die Leute stehen Schlange vor den Lebensmittelausgaben, als wäre das noch ein Zeichen von Demokratie. Als ob Hunger ein demokratisches Recht wäre.
Und dann ist da noch dieser eine Typ, der immer wieder in den Zeitungen steht – ein gewisser Hitler, oder wie er sich nennt. Er redet von „Reinigung“ und „Stärke“. Reinigung. Als ob man ein Volk wie ein Haus putzen könnte, indem man die halbe Bevölkerung in die Gaskammer schickt. Die Deutschen haben schon einmal versucht, ihre Probleme mit Feuer zu löschen, und jetzt brennt Europa wieder. Nur diesmal mit mehr Öl, mehr Benzin, mehr Hass.
Ich habe gestern Abend einen alten Mann im Café getroffen, der mir von seiner Jugend erzählte. Er war einmal ein Soldat, ein Held, wie er sagte. Jetzt sitzt er hier, mit zitternden Händen und einem Glas billigen Weins, und erzählt von den Schlachten, die er nicht mehr versteht. „Früher“, sagte er, „wusste man wenigstens, wogegen man kämpfte.“ Heute kämpfen wir gegen den Hunger, gegen die Kälte, gegen die Einsamkeit – und am Ende gewinnen wir nie.
Draußen regnet es immer noch. Die Straßen glänzen nass, als hätte jemand die Stadt mit Tränen gewaschen. Aber Tränen waschen nichts weg. Sie hinterlassen nur Flecken. Und diese Flecken sind wir.
Die Schreibmaschine hält inne. Ich nehme einen Schluck Bourbon aus der Schublade – alt, wie die Welt, aber immer noch scharf genug, um die Wahrheit zu schmecken. Irgendwo unten singt Evelyn immer noch. Vielleicht ist das das Einzige, was bleibt: die Musik, die weitergeht, während alles andere zerbricht.