Iran War
Man denkt unwillkürlich an die Römer und ihre Dämme, die einst die Felder Roms vor dem Chaos der Natur bewahrten – bis sie eines Tages einfach aufgaben, als hätte der Fluss sie nie gekannt. Oder an die Depression, als die Flüsse der USA einfach über die Ufer traten und die Menschen fragten, warum der Himmel so gnadenlos sein musste. Heute ist es der Wahiawa-Damm, der bröckelt wie ein altes Versprechen. Die Behörden warnen, die Nationalgarde steht bereit, die Küstenwache patrouilliert durch die Fluten – doch am Ende zählt nur das Wasser. Es kennt keine Gesetze, keine Evakuierungsbefehle, keine Tränen der Anwohner, die ihre Häuser verlieren.
Gouverneur Green spricht von „lebensgefährlichen“ Bedingungen, als wäre das eine diplomatische Umschreibung für „das Ende“. Die Straßen sind zu Kanälen geworden, Häuser stehen wie Gespenster im Wasser, und irgendwo da draußen singt eine Frau – vielleicht Evelyn, vielleicht nicht – während die Welt um sie herum versinkt. Die Wetterdienste warnen vor weiteren Niederschlägen, als wäre das eine Höflichkeit. Als ob man einem Sterbenden noch sagen könnte: „Es könnte noch schlimmer kommen.“
Die Nordküste war einst ein Surferparadies. Jetzt ist sie ein Symbol für die Ohnmacht der Menschen gegen die Launen der Natur. Die Götter lachen vielleicht. Oder sie weinen. Oder sie haben einfach keine Lust mehr, zuzuhören.
Und irgendwo in der Ferne, zwischen den Fluten und den Sirenen, steht der Damm – und wartet.