Israel-Palästina Konflikt: Weltweite Auswirkungen
Dass es in Amsterdam explodiert hat, ist kein Zufall. Es ist ein Muster. Die Synagoge in Rotterdam brannte, die Synagoge in Lüttich zitterte unter dem Druck einer Bombe, und irgendwo in Detroit schoss ein Mann mit einer Waffe um sich, während die Welt zuschaute und die Kommentare der Diplomaten wie leere Flaschen an den Strand gespült wurden. Die Niederlande, Belgien, die USA – überall dasselbe Rezept: ein Funke, ein Video, ein paar Festnahmen, dann die offizielle Trauerrede. „Das ist inakzeptabel“, sagt die Bürgermeisterin. Ja, es ist inakzeptabel. Aber warum ist es trotzdem passiert?
Die Antwort liegt nicht in den Gesichtern der Festgenommenen – die sind noch Kinder, mit demselben blanken Hass in den Augen wie die Jugendlichen, die 1937 in Deutschland die ersten Synagogen anzündeten. Die Antwort liegt in den unsichtbaren Fäden, die von Teheran nach Amsterdam führen. Die USA und Israel haben den Iran bombardiert. Der Iran hat zurückgeschossen – nicht mit Raketen, sondern mit Worten, die sich in Taten verwandeln. „Tod den Juden“, skandieren sie auf den Straßen, und irgendwo in einem Internetforum liest ein 18-Jähriger, dass das kein leeres Gebrüll ist. Vielleicht hat er sogar ein Meme gesehen, das zeigt, wie man eine Bombe aus einer Dose und einem Handy baut. Die Technologie ist da. Die Motivation auch.
Die niederländische Regierung spricht von „Antisemitismus“. Ich spreche von einer Epidemie, die längst über die Grenzen der Gemeinden hinauswächst. Die Sicherheitskräfte patrouillieren vor den Schulen, die Kameras filmen jeden Schritt, und doch – was wird wirklich bewacht? Nicht die Gebäude, sondern die Seelen derer, die dort noch leben. Die Bürgermeisterin verspricht, dass Amsterdam ein sicherer Ort für Juden sein wird. Ich frage mich, ob sie weiß, dass Sicherheit nicht mehr nur durch Mauern und Wachen zu schaffen ist. Sie ist ein Produkt der Zeit, ein Nebenprodukt des Krieges, den jemand anders begonnen hat.
Und dann ist da noch die Frage, die niemand stellt: Wer hat diese Jugendlichen radikalisiert? Nicht die Synagogen, nicht die Schulen, nicht die jüdischen Gemeinden – sondern diejenigen, die ihnen beigebracht haben, dass Hass ein legitimes Gefühl ist. Diejenigen, die die Worte „Tod den Juden“ nicht als leere Drohung, sondern als Anleitung behandeln. Diejenigen, die wissen, dass eine Bombe vor einer Schule ein Foto wert ist – ein Foto, das in den sozialen Medien viral geht und neue Anhänger findet.
Die Polizei hat den Täter auf der Kamera. Die Staatsanwaltschaft wird ihn verklagen. Die Politiker werden Trauerreden halten. Und irgendwo, in einem anderen Land, wird ein weiterer junger Mann lernen, wie man eine Bombe baut. Die Wissenschaft hat uns die Werkzeuge gegeben. Die Politik hat uns die Worte gegeben. Und die Jugendlichen? Die Jugendlichen geben nur zurück, was sie bekommen haben.
Also, Professor Kessler, wenn die Mauern der Schulen dicker werden und die Kameras schärfer – wird das jemals reichen? Oder ist es schon zu spät, um zu fragen, wer eigentlich der wahre Täter ist?