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ISRAELS FEUER ZÜNDET DEN NAHEN OSTEN AN

20. April 2026 — — Morrison, over and out.

Die Sonne geht über dem Nahen Osten auf, doch sie wärmt nicht. Sie brennt. Und sie verbrennt. Wieder einmal. Die Luft riecht nach Schießpulver und verbranntem Öl, nach Schweiß und Angst. Draußen, hinter den vergitterten Fenstern der Redaktion, tobt ein Krieg, der sich nicht mehr einfangen lässt wie ein Hase im Netz. Er ist längst zum Dauerzustand geworden. Und heute? Heute wird er noch heißer.

Fünf Drohnen. Saudi-Arabien hat sie abgeschossen. Kein großes Ding, sagen die Offiziellen. Als ob fünf tote Maschinen ein Zeichen wären. Als ob es nicht schon genug Tote gibt. Vier israelische Soldaten in Südfrankreich – nein, in südlichem Lebanon. Wo sonst? Wo immer Hezbollah denkt, dass sie Israel in die Ecken treiben kann. Die Hezbollah, diese kleine, aber feurige Biene, die seit Jahren summt und jetzt stecht. Und stechen tut sie. Eine ganze Schwarm von Drohnen auf ein israelisches Luftabwehrsystem in Ma’alot-Tarshiha. Als ob man einem Bären mit einem Messer drohen würde. Der Bär knurrt. Der Bär beißt zurück.

Und dann ist da noch der Irak. Die „Islamische Resistance“ – ein Name, der klingt wie ein schlechter Western – hat in den letzten 24 Stunden neunzehn Angriffe auf US-Stützpunkte geführt. Neunzehn. Nicht neun. Nicht fünfzehn. Neunzehn. Als ob jemand eine Rechnung begleichen würde. Als ob jemand sagen wollte: Ihr habt angefangen. Jetzt zahlen wir.

Und die Menschen? Die Menschen? In Karaj, dieser Stadt irgendwo zwischen Teheran und dem Nichts, marschieren Tausende. Sie halten Plakate. Sie skandieren. Sie wollen, dass ihr Regime stark bleibt. Dass ihre Generäle siegen. Dass die Welt versteht, dass sie nicht einfach so zu schlagen sind. Als ob die Welt nicht schon genug gesehen hätte. Als ob die Welt nicht längst wüsste, dass dieser Krieg kein Krieg ist. Sondern ein Zirkus. Ein blutiger, ständiger Zirkus mit Politikern als Clowns und Soldaten als Narren.

Japan und Indonesien? Die beiden haben sich auf Energie besonnen. Als ob das der große Durchbruch wäre. Als ob man mit ein paar Gesprächen über Öl und Gas die Welt retten könnte. Die Welt ist längst am Rande des Abgrunds. Und die beiden Asiatischen Riesen? Die handeln wie Leute, die versuchen, ihr Portemonnaie zu flicken, während das Haus abbrennt.

Neun Tote in Lebanon. Neun. Nicht neunzig. Nicht neunhundert. Neun. Und die Welt? Die Welt schaut zu. Oder tut so, als würde sie nicht schauen. Als ob es nicht schon genug wäre. Als ob die Zahlen nicht längst eine Sprache sprechen würden, die niemand mehr versteht.

Die Römer hatten ihre Kriege. Die Deutschen ihren. Die Amerikaner ihren. Jeder Krieg hat seine eigene Hölle. Und dieser hier? Dieser hier riecht nach verbranntem Plastik und Öl. Nach Verzweiflung. Nach der Frage, die niemand beantworten kann: Wann hört es auf?

Die Schreibmaschine klackert. Die Tinte ist alt. Die Worte sind schwer. Aber sie müssen geschrieben werden. Denn irgendwo da draußen, zwischen den Ruinen und dem Rauch, wartet jemand auf die Wahrheit. Und die Wahrheit ist: Es gibt keine.

--- Und die Sonne geht unter. Wieder.

✦ Ende des Artikels ✦
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