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MELONI IM SANDSTURM DER ÖLKÖNIGE

15. April 2026 — — Morrison, over and out.

Der Rauch aus der Zigarette steigt spiralförmig auf, klebt an der Decke wie ein Vorhang aus Asche. Draußen regnet es nicht. Es schneit Sand. Die Straßen von Jeddah sind heute eine offene Wunde, und Meloni sitzt in einem klimatisierten Käfig, während draußen die Wüste atmet. Sie ist die erste aus der NATO, die hier auftaucht seit dem Tag, an dem die Iraner beschlossen haben, dass der Persische Golf kein Exklusivrecht der Saudis mehr ist. Ein kluger Schachzug? Oder nur ein verzweifelter Akt, um nicht ganz allein dazustehen, wenn der Ölhahn zugedreht wird?

Die Italiener nennen es „Energiesicherheit“. Die Saudis nennen es „Geld“. Und die Iraner? Die lachen. Sie haben die Pipelines nicht gesprengt. Sie haben sie angekündigt. Ein psychologischer Krieg, den niemand gewinnen kann, außer vielleicht die Banken in Zürich. Meloni redet von „technischer Unterstützung“ für die zerstörten Infrastrukturprojekte in Katar. Klingt nach Reparaturarbeiten. Klingt auch nach: „Wir wollen nicht, dass ihr brennt, aber wir wollen auch nicht, dass wir frieren.“

Dass sie in Jeddah, Doha und Abu Dhabi gleichzeitig auftaucht, ist kein Zufall. Es ist ein Gebrüll. Ein Signal an Brüssel: „Schaut her, ich halte die Fäden zusammen, während ihr euch über CO₂-Ziele streitet.“ Die EU hat keine eigene Ölstrategie mehr. Keine gemeinsame Außenpolitik. Nur noch leere Versprechungen und die Hoffnung, dass irgendwann mal wieder jemand in Rom die richtigen Knöpfe drückt. Meloni tut so, als wäre sie die Retterin. In Wahrheit ist sie nur die Letzte, die noch bereit ist, mit den Wölfen zu heulen.

Die Saudis wollen Sicherheit. Die Italiener wollen Gas. Die Iraner wollen Rache. Und irgendwo in der Mitte steht Meloni, die Premierin, die sich als „starker Partner“ inszeniert, während ihre Regierung zu Hause über Haushaltslöcher stöhnt. Die Rechnung ist einfach: Italien braucht Öl. Die Golfstaaten brauchen Investoren. Und die USA? Die schauen zu, wie Europa sich selbst die Füße abschießt, während sie in Teheran die Bomben planen. „Freunde“ nennen sie das. „Strategische Partner“. Als ob Worte je etwas ändern könnten.

In Abu Dhabi hat sie den Emir gebeten, die italienischen Touristen aus dem Chaos zu holen. Eine nette Geste. Eine notwendige. Denn wenn die Straßen von Dubai in Flammen stehen, dann steht auch der italienische Tourismussektor vor dem Kollaps. Und wer zahlt dann die Rechnungen? Nicht die Saudis. Nicht die Emire. Die Italiener. Immer die Italiener.

Die Opposition schimpft. Die Grünen warnen vor „neokolonialen Abhängigkeiten“. Renzi findet es „politisch klug“. Klug ist es nicht. Es ist überlebensnotwendig. Wie die Römer, die sich mit den Germanen verbündeten, als die Kelten vor der Tür standen. Wie die USA, die sich mit Stalin einig wurden, um Hitler zu stoppen. Nur dass heute niemand mehr weiß, wer der Feind ist. Ob der Iran. Ob die eigenen Banken. Ob die eigene Faulheit.

Meloni hat eine Mission. Sie will, dass die Welt vergisst, dass Italien ein Land ist, das seit Jahren seine Fabriken nach China verlagert und seine Häfen an die Chinesen verpachtet. Sie will, dass man vergisst, dass die italienische Wirtschaft seit Jahren im freien Fall ist. Also fliegt sie nach Saudi-Arabien. Nicht, um Frieden zu stiften. Sondern um zu betteln. Um Öl. Um Sicherheit. Um die Illusion, dass Europa noch eine Rolle spielt.

Die Saudis werden ihr Öl verkaufen. Aber sie werden auch verlangen. Mehr Militärhilfe. Mehr Waffen. Mehr Schweigen über die Menschenrechtsverletzungen. Und Meloni? Sie wird nicken. Wie immer. Denn was bleibt ihr übrig? Die Alternative wäre, nach Hause zu gehen und zuzugeben, dass Italien längst nur noch ein Posten im Spielbrett der Mächtigen ist.

Der Sand fällt weiter. Irgendwo in Rom singt eine Sängerin in einem Café. Die Melodie ist alt. Sie klingt nach verlorenen Schlachten und falschen Versprechungen.

Und irgendwann, in ein paar Jahren, wird jemand fragen: „Warum hat niemand früher gehandelt?“ Die Antwort wird lauten: „Weil niemand mehr wusste, wer der Feind ist.“

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