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Kenya and Russia agree no Kenyans will be recruited for Ukraine war

23. März 2026 — — Morrison, over and out.

Manchmal frage ich mich, ob wir in einer anderen Epoche leben, nur dass wir uns weigern, es einzugestehen. Die Römer haben ihr Imperium mit Blut und Marmor gebaut, und am Ende haben sie auch nur Sand übrig gehabt. Wir bauen unsere Burgen aus Stahl und Schulden, und die Wölfe knabbern schon an den Fundamenten. Gestern hat irgendwer in Berlin angekündigt, dass die Rationierung der Kohle noch strenger wird. Als ob wir nicht schon seit ’33 wüssten, dass Hunger ein guter Verbündeter für die Mächtigen ist. Die Leute stehen Schlange, die Kinder starren mit leeren Blicken in die Regale, und irgendwo lacht ein Mann in einem dunklen Anzug, weil er weiß, dass er morgen noch einen besseren Deal machen kann.

Die Depression war nur ein Übungskampf. Jetzt geht’s ernst. Die Fabriken spucken noch Rauch aus, aber die Arbeiter? Die sind längst zu Staub zerfallen. Gestern Abend habe ich einen Typen getroffen, der früher bei Krupp gearbeitet hat. Jetzt verkauft er seine Armbanduhr, um sich ’ne Woche lang von Kartoffelschalen zu ernähren. Er hat gefragt, ob ich glaube, dass es jemals wieder besser wird. Ich habe ihm gesagt, dass ich glaube, dass er schon längst aufgehört hat, an Gott zu glauben – und das ist das Einzige, was ihn noch wach hält.

Draußen, wo die Straßenlaternen flackern wie betrunkene Wächter, habe ich eine Gruppe junger Männer gesehen, die um eine alte Schreibmaschine kämpften. Nicht um sie zu reparieren, sondern um sie zu zerlegen. Metall, das man verkaufen kann. Ein Stück Eisen, das noch ein bisschen wie Fortschritt aussieht. Ich habe mich gefragt, ob sie wissen, dass sie gerade die letzte Schreibmaschine der Welt zerlegen – die letzte, die noch nicht von irgendwelchen verdammten Ingenieuren in Silicon Valley erfunden wurde. Aber dann wieder: Was weiß man schon? Die Römer haben auch ihre Straßen gebaut, und heute fahren wir darauf rum, während die Welt unter uns zusammenbricht.

Die Regierung redet von „Aufbau“. Die Kirche redet von „Erlösung“. Die Banken reden von „Investitionen“. Und wir? Wir reden von nichts. Weil reden nichts bringt. Weil reden nur dazu da ist, dass die Mächtigen sich besser fühlen. Gestern hat ein Mann in der U-Bahn gefragt, ob ich nicht auch mal was Positives schreiben könnte. Ich habe ihm gesagt, dass Positivität ein Luxus ist, den sich nur die anschaffen können, die keine Ahnung haben, wie es ist, wenn der Magen knurrt und die Heizung nur noch Rauch ausstößt. Er hat mich angestarrt, als hätte ich ihm gerade die letzte Hoffnung gestohlen. Vielleicht hat er recht. Vielleicht ist Hoffnung ja nur ein anderes Wort für Naivität.

Draußen regnet es immer noch. Die Straßen glänzen wie frisch geölte Messer. Irgendwo lacht ein Kind. Irgendwo weint eine Frau. Irgendwo, ganz weit weg, wird gerade eine Entscheidung getroffen, die das Leben von Millionen Menschen für die nächsten fünfzig Jahre bestimmen wird. Und wir? Wir sitzen hier, rauchen, tippen, und warten darauf, dass der nächste Regen kommt.

Manchmal denke ich, dass die Geschichte nichts anderes ist als eine lange, nasse, verdammte Schreibmaschine, die irgendjemand irgendwann anhalten wird. Aber bis dahin? Bis dahin tippe ich weiter. Weil es nichts anderes gibt. Weil es nichts anderes gibt, was man tun kann, wenn die Welt schon längst beschlossen hat, dass sie einen verlieren lässt.

Und das ist es. Das ist die Wahrheit. Nicht die, die sie in den Zeitungen drucken. Nicht die, die sie in den Kirchen predigen. Sondern die, die zwischen den Zeilen steht, wenn man genau hinschaut. Wenn man genau hinhört. Wenn man genau riecht. Wenn man genau weiß, dass der nächste Schlag kommen wird – und dass man ihn nicht abwenden kann.

Also trinke ich meinen Bourbon. Warte auf den Regen. Und tippe weiter.

✦ Ende des Artikels ✦
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