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MELONI IM FEUER DER WÜSTE

14. April 2026 — — Morrison, over and out.

Die Sonne brennt auf Jeddah wie ein Vorhang aus Messing, während die Premierin Italiens durch die Luftschutzbunker der Diplomatie stolpert. Giorgia Meloni, die Frau mit den eisigen Augen und dem Blick eines Generals, der gerade die Rechnung für den nächsten Krieg liest. Ihr Trip durch den Golf? Kein diplomatischer Spaziergang. Ein Notfallplan in Ölfarbe, aufgetragen über die blutigen Finger der Geschichte. Die Römer nannten es pax Romana. Heute heißt es pax Meloni—wenn man Glück hat.

Dass sie die erste EU- und NATO-Spitze seit dem 28. Februar im Golf auftaucht, ist kein Zufall. Es ist ein Schrei ins Leere. Die Straße von Hormuz, dieser enge Schlund zwischen Persien und den Emiraten, ist seit Wochen ein Schlachtfeld. Nicht zwischen Soldaten, sondern zwischen Pipelines und Raketen. Iran, das alte Ungeheuer mit den neuen Köpfen, hat die Lieferketten gekappt wie ein Barbarenvolk, das die Weinpressen der Römer zerstört. Und Europa? Europa starrt. Bis Meloni mit ihrem Akzent aus Neapel und ihrem Blick nach Rom kommt und sagt: „Wir brauchen euer Öl. Nicht als Bittsteller. Als Partner.“

Saudi-Arabien, das Königreich der Wüstenkönige, hat sie als Erste empfangen. Kein Zufall. Riyadh will zeigen, wer hier noch die Fäden zieht. Die Saudis haben seit dem Krieg gegen Iran die Hände voll zu tun. Sie fürchten die Schahade der Revolution, die aus Teheran bläst. Also nimmt man die Italienerin—nicht wegen der Demokratie, nicht wegen der Menschenrechte. Sondern wegen der Ladung. Die Italiener, diese alten Seefahrer, die einst die Hanse beherrschten, wissen, wie man Handel mit dem Teufel treibt. Und jetzt? Jetzt brauchen sie wieder Öl. Nicht für die Fabriken. Sondern für die Heizungen. Für die Fabriken. Für die Autos. Für die Ehre des Kontinents.

In Doha dann das Gespräch mit Tamim Al-Thani. Der Emir, dieser kleine Diktator mit der goldenen Krone, hört zu, während Meloni von „freier Schifffahrt“ spricht. Als ob Worte allein die Hormuzstraße wieder öffnen könnten. Die Wahrheit? Die Italienerin bietet an, die zerstörten Raffinerien der Emiratis zu reparieren. Nicht aus Großzügigkeit. Sondern weil Europa ohne ihr Öl erstickt. Und weil die Saudis und die Emiratis wissen: Wer heute nicht mitspielt, wird morgen bombardiert. Nicht von den Iranern. Von der Geschichte.

Die UAE? Ein weiterer Akt in diesem Theater. Mohamed bin Zayed, der Architekt der Wüstenmetropolen, empfängt sie mit der Kälte eines Mannes, der schon lange keine Gnade mehr kennt. Meloni dankt für die Rettung der Touristen. Als ob das etwas ausgleichen könnte. Die Italiener in den Emiraten? Nur eine Handvoll. Die wahre Beute? Die Verträge. Die Versprechen. Die stillen Absprachen über Sicherheit, über Energie, über die Zukunft einer Region, die längst nicht mehr Europa gehört.

Und was sagt man dazu? Die Linken heulen. Die Grünen warnen vor „neokolonialen Abhängigkeiten“. Renzi, dieser alte Trickbetrüger, nennt es „politisch klug“. Als ob Politik je klug wäre. Als ob Diplomatie nicht einfach das neue Schachspiel der Mächtigen wäre—mit Öl als Bauern, mit Raketen als Springer, und Meloni als Dame, die gerade ihren ersten Zug macht.

Die Frage bleibt: Wem gehört der Golf? Den Königen? Den Emiren? Den Mullahs? Oder denjenigen, die das Öl kaufen? Die Antwort liegt nicht in den Verträgen. Sie liegt in den Bomben, die morgen wieder fallen. In den Raffinerien, die wieder repariert werden müssen. In den Tankern, die wieder durch die Straße von Hormuz segeln. Und in den Augen der Premierin, die weiß: Sie hat gerade einen Pakt geschlossen. Nicht mit Freunden. Mit Feinden. Mit denen, die das Feuer schüren. Mit denen, die das Öl kontrollieren.

Und Europa? Europa atmet. Und wartet. Bis die nächste Krise kommt. Bis die nächste Rechnung fällig ist.

--- Die Sonne geht unter über Jeddah. Irgendwo in Rom trinkt jemand einen Aperol Spritz und denkt nicht daran, dass das Glas gerade mit saudischem Öl gefüllt ist.

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