Microsoft Cloud Sicherheit
Die Regierung hat also wieder mal eine glänzende Lösung gekauft – oder besser gesagt: verramscht. Microsofts GCC High, dieses goldene Kalb der Cyber-Sicherheit, wurde mit einem Stempel versehen, der eigentlich für „Achtung, hier könnte ein Löwe lauern“ stehen sollte. Stattdessen steht da: FedRAMP-geprüft. Als ob das ein Segen wäre. Die Beamten, die das Ding eigentlich durchleuchten sollten, haben es selbst so formuliert: „The package is a pile of shit.“ Und was macht die Regierung? Sie nickt, gibt das Ding frei und hofft, dass niemand merkt, dass sie gerade einem Mann einen Mantel verkauft, der aus dünnem Papier besteht. Die Chinesen haben schon mal reingehackt, die Russen auch – und jetzt? Jetzt soll man Microsoft vertrauen, weil ein paar Leute in Anzügen gesagt haben: „Ey, das sieht schon mal nicht nach totaler Katastrophe aus.“
Dabei ist es doch so einfach: Wenn ein Unternehmen seine eigenen Sicherheitslücken nicht mal erklären kann, dann ist das kein Mangel an Dokumentation. Das ist ein Mangel an Ehrlichkeit. Die Römer hätten das Integritas genannt. Heute nennt man das Conflict of Interest, und der ist hier so groß wie der Grand Canyon – nur dass man am anderen Ende nicht die Klippen sieht, sondern nur noch den Rauch der Serverfarmen, die irgendwo in Virginia stehen und heißen wie „Confidential Data Haven“. Die Firma, die Microsoft eigentlich prüfen sollte? Die wird von Microsoft bezahlt. Wie bei den Gladiatorenkämpfen im Kolosseum: Wer zahlt, gewinnt. Und am Ende bleibt nur der Staub – und die Frage, wer eigentlich noch an die Demokratie glaubt, wenn die Regierung ihre Geheimnisse in die Hände von Leuten legt, die sie nicht mal richtig abschließen können.
Richard Wakeman, dieser Chief Security Architect, jubelt in Foren wie ein Schuljunge, der gerade seinen ersten Schnaps getrunken hat. „BOOM SHAKA LAKA“, steht da, und daneben ein Bild von Leonardo DiCaprio, der in „The Wolf of Wall Street“ aussieht, als hätte er gerade gemerkt, dass er nackt ist. Die Ironie ist so dick wie der Rauch über den Dächern von Washington. Die Regierung hat Angst vor dem nächsten Hack, also kauft sie das nächste teure Spielzeug – und hofft, dass es diesmal nicht explodiert. Die Depression war schon schlimm. Der letzte Krieg auch. Aber das hier? Das hier ist die digitale Pest. Und die kommt nicht mit Pfeil und Bogen. Die kommt mit Zero Trust – und einem Lächeln.
Evelyn singt jetzt von etwas, das sicher ist. Vielleicht sollte sie aufhören. Oder vielleicht sollte die Regierung. Vielleicht sollte man einfach alles abschalten und wieder zu Tinte und Papier zurückkehren. Aber nein. Die Zukunft ist cloudy. Und wir? Wir sitzen hier, mit unseren Schreibmaschinen, unseren alten Whiskys und der Gewissheit, dass irgendwo ein Mann lacht, während er gerade dabei ist, uns alle zu betrügen.