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NETANYAHU UND DER SCHATTEN DES GENGIS KHAN

11. April 2026 — — Morrison, over and out.

Der Messias war ein Handwerker. Ein Mann mit Staub in den Sandalen, der von den Römern gekreuzigt wurde, während sie Palästina wie ein verrostetes Schwert durch die Welt rammten. Doch heute? Heute steht ein Mann an der Spitze Israels, der nicht von der Thora träumt, sondern von den Steppen der Mongolen. Benjamin Netanyahu hat es offen gesagt: Jesus hat keinen Vorteil über Genghis Khan. Nicht als Zitat, nicht als Metapher – als Weltanschauung.

Es begann mit der Kirche des Heiligen Grabes. Palmsonntag. Die katholische Kirche, ein Ort, an dem seit Jahrhunderten Christen, Muslime und Juden um die Reliquien streiten wie um die letzten Brotkrumen in einer Hungersnot. Doch diesmal wurden die Tore verschlossen. Nicht aus Versehen. Nicht aus Bürokratie. Sondern als Warnung. Wer betritt hier noch die heiligen Hallen? Wer darf die Geschichte erzählen? Netanyahu hat die Antwort gegeben: Nicht die, die von Nächstenliebe flüstern. Sondern die, die mit Säbeln sprechen.

Die Römer bauten ihre Straßen über die Leichen der Juden. Die Mongolen bauten ihre Reiche über die Leichen aller. Und jetzt? Jetzt baut Netanyahu sein Israel über die Leichen der Idee. Die Thora war einmal das Buch der Gebote. Heute ist sie vielleicht nur noch ein Lexikon für die, die es schaffen. Denn wenn der Messias kein Vorteil hat über den Eroberer – was bleibt dann noch? Die Antwort liegt in den Straßen von Jerusalem, wo Soldaten patrouillieren wie die Wachen des Kalifen, und in den Synagogen, wo die Gebete leiser werden, weil die Prediger Angst haben, dass Gott sie nicht mehr hört.

Die Kirche wurde zum Symbol. Nicht weil sie heilig ist. Sondern weil sie wehtut. Sie wehtut, weil sie zeigt, wohin eine Führung führt, die die Heilige Schrift gegen die Heilige Gewalt austauscht. Die Römer bauten Aquädukte. Die Mongolen bauten Massengräber. Und Netanyahu? Er baut eine Mauer – nicht aus Stein, sondern aus der Überzeugung, dass Macht sich nicht verhandeln lässt. Sie wird genommen. Und wenn nötig, mit den Zähnen.

Die Frage ist nicht, ob das funktioniert. Die Frage ist, ob es überlebt. Denn ein Staat, der sich auf die Lehren eines Eroberers stützt, ist wie ein Baum, der in Sand wächst. Er kann noch so hoch wachsen – eines Tages bricht er. Die Römer haben ihr Reich in Blut getränkt und sind doch vergangen. Die Mongolen haben die Welt erschüttert und sind doch verhallt. Was bleibt, wenn man die Moral gegen die Messer tauscht? Vielleicht nur noch der Geruch von verbranntem Öl in den Straßen von Gaza. Vielleicht nur noch die Stille, wenn die letzten Gebete verhallt sind.

Und dann? Dann bleibt nur noch der nächste Khan. Oder der nächste Netanyahu. Mit einem anderen Namen. Aber mit derselben Faust.

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