IRANS PUPPENSPIELER VERHANDELN MIT PAKISTAN
Die Welt dreht sich weiter, während die Mächte am Persischen Golf mit zitternden Händen die Fäden ziehen. Heute ist es Pakistan, das sich als nützlicher Idiot inszeniert – doch wer zieht eigentlich die Schnüre? Ishaq Dar, Pakistans Außenminister, posiert auf X wie ein Mann, der gerade den Frieden auf einem Silbertablett serviert. "Harbinger of peace", nennt er Irans Einwilligung, 20 pakistanische Schiffe durch den Hormuz zu lotsen. Zwei pro Tag. Als ob das die Welt retten würde.
Dabei ist der Hormuz kein Fluss, sondern ein Blutgefäß, das bei jedem Krampf die Märkte ersticken lässt. Seit dem 28. Februar, als die USA und Israel Khamenei in den Himmel schossen, liegt der Straits wie ein verstopfter Darm. Öl um 40 Prozent teurer. Tausende Schiffe festgezurrt wie die Flotten der Römer vor Troja. Und jetzt? Jetzt kommt Pakistan daher und verkauft Iran als Retter. Als ob die IRGC nicht längst selbst zum Zollhaus mutiert wäre – mit Gebühren in Yuan, Checkpoints und der Drohung, dass man auch noch für den Durchgang zahlen muss.
Die Frage ist nicht, ob das ein Deal ist. Die Frage ist: Wem nützt er? Islamabad wirft den Amerikanern die Schuld in den Schoß – Vance, Rubio, Witkoff, Araghchi. Als ob die USA nicht längst genug haben. Als ob die Welt nicht längst weiß, dass Pakistan seit Jahren ein Bittsteller ist, der sich zwischen den Fronten duckt. Die Chinesen lachen vielleicht. Die Russen beobachten. Und die Iraner? Die Iraner haben längst begriffen, dass sie nicht mehr verhandeln, sondern überleben müssen.
Denn was ist ein "harbinger of peace", wenn die IRGC gleichzeitig droht, jeden zu stoppen, der nicht bezahlt? Wenn die Parlamentarier in Teheran schon über die Legalisierung der Maut nachdenken? Wenn selbst Malaysia – das Land, das sich gerade noch für die Gnade eines Durchgangs bedankt – weiß, dass das hier kein Pakt ist, sondern ein Notbehelf? Ein Schiff für zwei Millionen Dollar. Ein Abschiedsgeschenk an die Welt, die längst kapiert hat: Der Hormuz ist kein Straßenkreuzung, sondern ein Pulverfass.
Und Pakistan? Pakistan spielt mit. Weil es muss. Weil es seit Jahrzehnten zwischen den Stühlen sitzt – zwischen den Saudis, den Indern, den Chinesen, den Amerikanern. Weil es weiß, dass es ohne Iran keine Energie gibt, ohne die USA keine Sicherheit, ohne China keine Kredite. Also zwinkert man. Man lächelt. Man postet Tweets über Frieden. Und irgendwo in der Ferne, zwischen dem Rauch der Ölraffinerien und dem Regen über Bandar Abbas, wartet die nächste Krise. Weil die Geschichte keine Puppenspieler mag. Sie mag nur Gewinner. Und heute? Heute sind alle nur noch Figuren in einem Spiel, das längst verloren ist.