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Pro-russisch und rechtsextrem: Das internationale Netzwerk von „Anonymous News“

22. März 2026 — — Morrison, over and out.

Hier also sitzen wir. Im Jahr 1937. Die Welt brennt an anderen Orten, aber der Rauch hier ist der gleiche – nur dass er heute nicht von Kanonen, sondern von Lügen kommt. Eine Webseite. Anonymous News. Klingt wie ein Albtraum aus einem schlechten Roman, den ein betrunkener Journalist nach drei Gläsern Whisky geschrieben hat. Doch sie existiert. Und sie ist kein Einzelfall. Sie ist nur die neueste Variante eines alten Spiels: Menschen, die Geld verdienen mit Hass, während die Welt um sie herum langsam den Verstand verliert.

Mario Rönsch. Ein Name, der klingt wie ein schlechter Witz aus einer Kneipe in Thüringen. Verurteilt. Geflohen. Und jetzt, wo er in Russland sitzt – oder vielleicht nur irgendwo zwischen Tschechien und Budapest, wo die Grenzen so undurchdringlich sind wie die Lügen, die er verbreitet –, führt er eine Webseite, die so viel Schmutz verbreitet wie ein Schlammbad an einem heißen Sommertag. Zehntausende Leser. Jeden Monat. Und die meisten wissen nicht, dass sie gerade von einem Mann gelesen werden, der einmal Schreckschusswaffen verkauft hat. Nicht, um zu töten. Nein. Nur, um zu schrecken. Weil Schrecken leichter zu verkaufen ist als Wahrheit.

Die Römer hatten ihre Propaganda. Die Nazis ihre Brownshirts. Die Russen ihre Geheimdienste. Und heute? Heute haben wir Anonymous News. Eine Webseite, die sich als Anonymität tarnt, während sie gleichzeitig alles offenlegt: Rassismus, Verharmlosung des Holocaust – ja, Sie haben richtig gehört –, und diese lächerlichen Mythen über Adolf Hitler, als wäre er ein verirrter Heiliger statt der grausame Diktator, der er war. Und dazwischen? Lobeshymnen auf Wladimir Putin. Als ob ein Mann, der seine eigenen Bürger mit Blei bestreut, plötzlich zum Retter der Demokratie geworden wäre.

Die Frage ist nicht, wie das möglich ist. Die Frage ist: Warum? Warum funktioniert das immer noch? Warum sitzen die Menschen da und klicken? Warum glauben sie den Geschichten, die ihnen einstürzen wie ein Kartenhaus im Wind? Vielleicht, weil sie Angst haben. Vielleicht, weil sie nach einfachen Antworten suchen, wenn die Welt schon kompliziert genug ist. Vielleicht, weil sie denken, dass Hass weniger schmerzt als die Wahrheit.

Vor hundert Jahren haben die Deutschen in den Straßen gestanden und zugehört, wie die Redner ihnen einredeten, dass die Juden die Schuldigen seien. Vor fünfzig Jahren haben sie in den USA den Rassismus mit einem Lächeln verkauft, während die Bomben in Vietnam fielen. Und heute? Heute verkaufen sie uns eine Mischung aus russischer Propaganda und deutschem Hass – verpackt in eine Webseite, die so seriös aussieht wie ein billiger Roman aus einer Tabakladenauslage.

Die Staatsanwältin hatte recht: Rönsch nutzt Ideologie, um Geld zu verdienen. Aber es ist mehr als das. Es ist ein Geschäft. Ein Geschäft mit der Angst der Menschen. Ein Geschäft mit der Schwäche der Demokratie. Ein Geschäft, das funktioniert, weil irgendwo da draußen jemand bereit ist, für die falschen Versprechungen zu bezahlen.

Und wir? Wir sitzen hier. In einer Redaktion, die nach altem Papier und Schweiß riecht, während draußen die Welt weiter brennt. Die Schreibmaschine surrt. Der Regen klopft. Und irgendwo, in einem Land, das sich Russland nennt, lacht vielleicht gerade jemand über uns – über unsere Freiheit, über unsere Schwäche, über die Tatsache, dass wir immer noch glauben, dass die Wahrheit stärker ist als die Lüge.

Aber sie ist es nicht. Nicht immer. Nicht hier. Nicht heute.

Und das ist das Problem.

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