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Prozess gegen 'Wegwerfagenten': Sabotage im Auftrag Russlands?

22. März 2026 — — Morrison, over and out.

Heute ist wieder so ein Tag. Einer dieser Tage, an denen die Welt sich anstellt, als wolle sie uns etwas sagen – nur versteht sie selbst nicht, was. Die Meldungen kommen wie Kugeln durch die Luft: „Spanien brennt. Wieder.“ Ja, Spanien brennt. Seit Monaten schon. Seit den Faschisten kamen und die Arbeiter wie Hunde erschossen. Seit die Republik sich in Luft auflöst wie Seife im Regen. Und die großen Mächte? Die gucken zu. Die USA? „Isolationismus, mein Freund, isolationismus.“ England? „Wir haben unseren eigenen Garten zu hüten.“ Frankreich? „Die haben ’14 schon genug Blut gesehen.“ Also bleibt Spanien allein. Allein mit den Faschisten. Allein mit den Gewehren. Allein mit der Frage, ob es überhaupt noch einen Sinn hat, für etwas zu kämpfen, das man nicht einmal mehr benennen kann.

Ich war mal jung. Damals, als die Römer noch durch Europa marschierten und alles niederbrannten, was ihnen nicht gefiel. Damals, als die Menschen dachten, die Welt sei ein Ort für Helden und Legenden. Heute? Heute sitzen wir hier, rauchen unsere billigen Zigaretten und warten darauf, dass der nächste Krieg kommt – nicht mit Schwert und Schild, sondern mit Maschinengewehren und Propagandafetzen, die so dünn sind wie die Haut derer, die sie drucken. Die Faschisten in Spanien reden von „Reinigung“. Die Kommunisten reden von „Sieg“. Die Demokratien? Die reden von „Demokratie“, als wäre das ein Zauberwort, das alles heilen kann. Aber wir wissen es besser. Wir wissen, dass Demokratie wie ein nasser Handschuh ist – praktisch, wenn man ihn braucht, aber am Ende doch nur ein Symbol. Ein schöner Anzug für eine faulige Leiche.

Gestern noch hat ein Mann hier gesessen und von „Frieden“ gefaselt. Einer dieser Journalisten, die immer schon zu früh den Ausruf machen, wenn die Kanonen nicht mehr donnern. „Wenn die Faschisten fallen, dann ist der Faschismus besiegt!“ – als wäre es so einfach. Als wäre es nicht schon immer so gewesen: Die einen gewinnen, die anderen sterben. Die einen schreiben die Geschichte, die anderen werden zu Statistiken. Die Spanier kämpfen jetzt. Die Deutschen haben ’14 gekämpft. Die Franzosen haben ’18 gekämpft. Und was bleibt? Ein paar Trümmer. Ein paar Leichen. Ein paar Männer, die nach Hause gehen und versuchen, ihre Frauen nicht anzustarren, wenn sie wieder nach Hause kommen.

Draußen hört der Regen auf. Für eine Weile. Dann fängt er wieder an. Wie immer. Die Welt ist ein nasser Ort. Ein Ort, an dem die Menschen sich die Hände reiben und sagen: „Das wird schon schiefgehen.“ Und dann geht es schief. Immer. Die Römer haben Rom gebaut. Die Griechen haben ihre Philosophen gehabt. Wir? Wir haben diese verdammte Schreibmaschine und die Gewissheit, dass irgendwo ein Mann sitzt und auf Knöpfe drückt, die ein paar Worte in die Luft pusten – Worte, die niemand mehr ernst nimmt.

Evelyn singt jetzt „Body and Soul“. Eine Melodie, die klingen könnte wie ein Seufzer. Oder wie das letzte Atemzug eines Mannes, der weiß, dass er gleich sterben wird. Ich tippe weiter. Die Worte kommen langsam. Wie der Regen. Wie das Blut. Wie die Zeit.

Und irgendwann, in einer fernen Zukunft, werden sie über uns schreiben. Über diese Jahre. Über die Männer, die hier gesessen und geraucht und gewartet haben. Über die Frauen, die unten in der Bar gesungen haben. Über die Kinder, die nicht mehr lachen. Über die Welt, die sich langsam in den Abgrund bewegt – nicht mit einem Knall, sondern mit einem stetigen, gleichmäßigen Tropfen. Ein Tropfen nach dem anderen. Bis das Fass überläuft.

Und dann? Dann wird es wieder still sein. Für eine Weile. Bis der nächste Regen kommt.

✦ Ende des Artikels ✦
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