RFK Jr. und die Peptide-Lüge
Robert F. Kennedy Jr. hat sich zum Anwalt der Peptide erklärt – und dabei die Wahrheit mit der Präzision eines Placebo-Rezepts zerschnitten. Vor drei Jahren verbot die FDA 19 Peptide als unsicher, weil sie weder klinisch geprüft noch auf Wirksamkeit getestet waren. Doch Kennedy, der sich selbst als „großer Fan“ der Aminosäure-Kombis inszeniert, behauptet nun, die Entscheidung sei „illegal“ gewesen. Sein Argument: Keine „Sicherheitswarnung“ habe vorgelegen.
Doch die Akten lügen anders. Drei ehemalige FDA-Beamte bestätigen: Die Einstufung basierte auf dokumentierten Nebenwirkungen – von allergischen Reaktionen bis zu schweren Stoffwechselstörungen. Kennedy ignoriert dabei, dass die FDA beides prüfen muss: Sicherheit und Nutzen. Janet Woodcock, ehemalige FDA-Chefin, warnte: „Das wäre ein Bruch des Vertrages seit 1962 – dass Medikamente vor der Vermarktung getestet werden müssen.“
Kennedys Problem: Er verwechselt Regulierung mit Zensur. Die Peptide sind kein „verbotener Markt“, sondern ein grauer, von Influencern und Telemedizin-Pushern angeheizter. Meta-Plattformen fluten Nutzer mit „research-grade“-Versprechen – doch „nicht für den menschlichen Gebrauch“ steht auf jedem Etikett. Die FDA hat keine neuen Studien vorgelegt. Die Branche hat nur eines: Geld.
Wer profitiert? Die Hersteller der „Originale“ – wie Bremelanotid (aus dem FDA-approveden Tanzeum) oder Tesamorelin (Egrifta) – während die Compoundierer mit billigen Nachbauten durchwinken. Und Kennedy? Er sitzt im Aufsichtsrat von The Kennedy Foundation, die seit Jahren mit „natürlichen Alternativen“ zu teuren Medikamenten wirbt. Ein Interessenkonflikt? Die FDA sagt: „Keine Studien, keine Genehmigung.“ Kennedy sagt: „Die FDA lügt.“
Die Wahrheit liegt dazwischen – wie immer.