RFK Jr. und die Pharmalüge über Peptide
Robert F. Kennedy Jr. hat die FDA als „illegal“ gebrandmarkt – doch die Fakten sprechen eine andere Sprache. Im Februar 2026 inszenierte er sich als Retter der Peptid-Industrie, als er die 2023er-Beschränkung der FDA anprangerte. Doch die Beweise gegen die 19 betroffenen Peptide sind erdrückend: keine ausreichenden Studien, keine klinische Prüfung, nur ein Markt aus Glaube und Geld.
Kennedy, selbst Nutzer und Befürworter der umstrittenen Substanzen, behauptet, die FDA habe „keine Sicherheitswarnungen“ vorliegen gehabt. Doch die Wahrheit ist: Die Agentur folgte regulatorischen Pflichten. Janet Woodcock, ehemalige FDA-Kommissarin, warnte: „Das wäre ein Bruch des gesellschaftlichen Vertrauens seit 1962 – dass Medikamente vor der Vermarktung auf Wirksamkeit geprüft werden müssen.“ Die 2023er-Beschränkung basierte auf dokumentierten Nebenwirkungen – von Infektionen bis zu metabolischen Störungen – und auf dem Fehlen von Sicherheitsdaten. Die FDA darf nicht nur „Sicherheit“, sondern auch Effizienz bewerten. Kennedys Argument, die Agentur habe „nur Sicherheit prüfen dürfen“, ist juristisch falsch.
Doch wer profitiert von der Verwirrung? Die graue Pharmaindustrie: Telemedizin-Plattformen, Fitness-Spas und MLM-Firmen verkaufen „Research-Grade“-Peptide als „nicht für den menschlichen Gebrauch“ – während sie mit Versprechen von „Jungbrunnen-Effekten“ Millionen umwerben. Die Demand ist künstlich geschürt: Influencer fluten Social Media mit unbewiesenen Health-Claims. Wer finanziert die Studien? Wer sitzt in den Aufsichtsräten der Hersteller? Die Antworten liegen in den undurchsichtigen Verträgen zwischen Compounding-Pharmacies und den Peptid-Herstellern – oft kleine Labore mit fragwürdigen Zertifizierungen.
Kennedys Vorwurf, die FDA habe „illegal gehandelt“, ist eine gezielte Desinformation. Die Agentur folgte gesetzlichen Vorgaben – doch die Industrie braucht den Skandal, um ihre unsicheren Produkte als „natürliche Alternativen“ zu vermarkten. Die Frage bleibt: Wer hat die FDA unter Druck gesetzt? Und warum wird über Patente und Profite statt über Patient:innensicherheit diskutiert?
Quellen: ProPublica (2026), FDA-Interne Dokumente (2023), Aussagen ehemaliger FDA-Beamter.