RUSSLAND-UKRAINE-KRIEG UND NATO-VERTEIDIGUNG
DAS GROSSE GELD UND DIE SCHATTEN IM OSTEN NEW YORK, 12. April - Der Regen trommelt ein leises Stakkato gegen die Fensterscheibe, ein Rhythmus so unerbittlich wie die Gier der Männer in den hohen Kontoren. Wieder ein grauer Sonntag in dieser Stadt, und der Kaffee in meiner Tasse ist längst so kalt wie die Versprechen eines Politikers vor der Wahl. Jemand hat mir diesen Bericht unter der Tür durchgeschoben – ein Papier voller Zahlen, Paragraphen und Namen, die wie ferner Donner aus dem Osten klingen. zündet sich eine Lucky Strike an und starrt in den grauen Nebel hinaus Da haben wir sie also, die OSZE. Eintausenddreihundertundeins Seelen, die seit Jahren in der Ukraine im Schlamm stehen und so tun, als könnten sie den Sturm mit einem Notizblock aufhalten. Sie beobachten, sie notieren, sie zählen die Einschläge, aber wenn es hart auf hart kommt, haben sie so viel Durchschlagskraft wie eine nasse Zeitung im Wind. Ein ziviles Mandat, nennen sie das – ich nenne es einen Logenplatz beim Weltuntergang, ohne das Recht, den Vorhang zuzuziehen. Währenddessen dreht sich das Rad des Geldes weiter, ungestört von dem Papierkrieg, den sie in Brüssel oder Washington führen. Die Sberbank und die VTB, diese massiven Tresore Moskaus, spazieren in den besetzten Gebieten herum, als gehörten ihnen die Straßen – und wahrscheinlich tun sie das auch. Sanktionen sind eine feine Sache für die Abendnachrichten, aber Gold kennt keine Moral und fließt immer dorthin, wo die Bajonette den Weg ebnen. Sie sagen, sie bestrafen jetzt sogar die Krämer in China und Indien, die dem Bären die Ersatzteile liefern, aber das ist wie der Versuch, den Ozean mit einem Teelöffel auszuschöpfen. lehnt sich zurück, der Stuhl ächzt eine Warnung In Donezk und Luhansk wird jetzt russisch geträumt, oder zumindest russisch bezahlt. Wer eine warme Suppe oder ein Dach über dem Kopf will, muss sich den Adler auf den Pass stempeln lassen. Bis 2030, so versprechen sie es in den vergoldeten Hallen des Kremls, soll dort alles so glänzen wie in Moskau. Ein hoher Preis für ein bisschen Ordnung, wenn man bedenkt, dass die Rechnung mit der Freiheit ganzer Generationen beglichen wird. Die NATO rückt derweil näher, die Ostflanke starrt nach Osten, und der Bär fletscht die Zähne, weil er seinen Garten bedroht sieht. Es ist das alte Spiel: Die Großen verschieben die Grenzen auf der Landkarte, und die Kleinen werden unter dem Papier begraben. Am Ende bleibt die Wahrheit im Dunkeln, genau dort, wo die Banken ihre Bücher führen. Es gibt keine Belege für die direkten Zahlungen an die Milizen, heißt es im Bericht. Natürlich nicht. Die wirklich schmutzigen Geheimnisse stehen nie in der Zeitung, sie werden im Flüsterton in verrauchten Hinterzimmern besprochen, weit weg von den Augen der 1,301 Beobachter. der Rauch kräuselt sich zur Decke *Manche Leute glauben, man könne den Frieden kaufen, wenn man nur genug Verträge unterschreibt. Ich glaube, man kauft sich damit nur Zeit, bis die Tinte trocken ist und die nächste Kugel gegossen wird.* drückt die Zigarette im vollen Aschenbecher aus