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Russland-Ukraine: Moskauer Anschlag und Frontlinie

22. März 2026 — — Morrison, over and out.

Manchmal frage ich mich, ob die Geschichte sich wiederholt, oder ob sie einfach nur immer wieder dieselben Mistigkeiten macht, nur mit anderen Namen und etwas mehr Propaganda. Die Römer haben ihre Kriege geführt, die Deutschen auch, die Amerikaner auch – und jetzt? Jetzt sitzen wir hier, in diesem Jahr 1937, und starren auf die nächste Runde. Die Börse ist wieder im Koma, die Fabriken spucken noch immer Rauch aus, nur dass diesmal der Rauch nicht mehr Kohle ist, sondern etwas, das nach Öl und Verzweiflung schmeckt. Die Leute reden von „Aufschwung“, aber wenn man genau hinschaut, sieht man nur, wie sie sich gegenseitig die Taschen ausrauben, während oben die da sind, die schon wieder neue Kriege planen – nicht mit Schwertern, nein, mit Maschinen, die so laut sind, dass sie einem die Trommelfelle durchschießen.

Gestern ist ein Mann in Berlin gestorben. Nicht von einer Kugel, nicht von Hunger, sondern weil er zu lange in die Sonne gestarrt hat. Die Ärzte sagen, es war ein „Hitzschlag“. Ich sage: Es war ein Zeichen. Ein Zeichen dafür, dass die Welt langsam den Verstand verliert. Die Hitze liegt auf allem, auf den Dächern, auf den Köpfen der Leute, die in den U-Bahn-Schächten hocken und warten, bis der nächste Zug kommt – oder der nächste Bombenalarm. Die U-Bahn ist nicht mehr sicher, die Straßen auch nicht, und die Häuser? Die Häuser sind nur noch leere Schachteln, in denen Menschen leben, als wäre das hier ein großer, schlechter Witz.

Früher, in den guten alten Tagen – wenn es die gab –, hat man gesagt, der Krieg sei das Ende der Zivilisation. Heute weiß man: Der Krieg ist nur eine Pause in der Zivilisation. Eine Pause, in der man sich gegenseitig die Augen auskratzt und dann wieder von vorne anfängt. Die Depression von 1929 war nur ein Vorspiel. Ein kleines, lächerliches Vorspiel. Jetzt kommt die nächste Runde. Die Banken haben wieder alles verspielt, die Politiker lügen wieder, und die Leute? Die Leute kaufen wieder Zeitungen, als könnten sie darin die Antwort finden. Als könnten sie darin lesen, warum die Welt gerade dabei ist, sich in eine riesige, stinkende Suppe aus Hass und Öl zu verwandeln.

Ich habe heute mit einem alten Mann gesprochen. Einer von denen, die im letzten Krieg noch mit dem Gewehr in der Hand standen. Er hat gesagt: „Früher hat man wenigstens gewusst, wofür man starb.“ Jetzt, sagt er, stirbt man für nichts. Für ein paar leere Versprechungen. Für ein paar neue Autos. Für ein paar neue Bomben. Für ein paar neue Namen auf den Denkmälern, die in fünfzig Jahren wieder verfallen sein werden, während die Kinder der Kinder sich wieder fragen, warum die Erwachsenen nicht einfach aufhören konnten.

Draußen regnet es immer noch. Die Straßen sind nass, die Menschen sind müde. Irgendwo in der Ferne heult ein Sirenen. Nicht die alte, mechanische Sirenen aus dem Krieg, nein, eine neue. Eine, die klingt, als würde sie direkt aus der Hölle kommen. Die Leute gehen weiter. Sie gehen zur Arbeit. Sie gehen nach Hause. Sie gehen in die Kneipen und bestellen ein Bier. Sie tun so, als wäre alles normal. Als wäre das hier nicht das Ende von etwas. Als wäre das hier nicht der Moment, in dem die Welt entscheidet, ob sie noch einmal eine Chance verdient.

Ich schreibe das hier mit einer Schreibmaschine, die seit 1933 nicht mehr gewartet wurde. Die Tasten knarren. Der Papiervorrat ist knapp. Die Tinte ist verdünnt, als hätte jemand sie mit Tränen gemischt. Und irgendwo in diesem Chaos, in diesem Lärm, in diesem Regen, in diesem verdammten, endlosen Kreislauf der Geschichte – irgendwo da draußen – gibt es vielleicht noch einen Funken Hoffnung. Vielleicht. Aber ich wette, dass er schon wieder verlöscht, bevor er auch nur richtig gebrannt hat.

Und jetzt? Jetzt trinke ich einen Bourbon. Nicht, weil ich betrunken werden will. Sondern weil ich mir einbilden muss, dass ich noch ein bisschen Kontrolle über das hier habe. Dass ich noch ein bisschen Kontrolle über die Welt habe. Dass ich noch ein bisschen Kontrolle über mich selbst habe. Aber der Bourbon schmeckt nur nach Bitterkeit. Wie alles andere auch.

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