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STRAIT OF HORMUZ: DER HUNGER KOMMT PER TANKER

22. April 2026 — — — Hagen, Oberstleutnant a.D.

Die Golfstaaten haben ein Problem, das sie nicht mal mit Öl lösen können. Nicht mit den Hunderter Milliarden, die sie für F-35, Patriot-Raketen und die Abraham Accords-Show ausgeben. Nicht mit den 60 Millionen Menschen, die sie in den letzten drei Jahrzehnten wie Pilze aus dem Wüstensand gezüchtet haben. Das Problem heißt Strait of Hormuz – und es riecht nach Mehl, nicht nach Benzin.

Hier die Rechnung, die niemand laut aussprechen will: 85 Prozent der Nahrung in Saudi-Arabien, den VAE, Bahrain und Co. kommt per Schiff. 70 Prozent davon durch diese 20 Meilen Wasser, die seit Februar ein Minenfeld und ein Drone-Paradies sind. Iran und seine Stellvertreter haben die Schifffahrt auf null gedrosselt – nicht aus Spaß, sondern weil sie wissen: Wer die Mahlzeiten kontrolliert, kontrolliert die Loyalität. Und die Ölpreise? Nur die halbe Meldung. Die andere heißt Reis, Weizen, Milchpulver – und die kommen nicht mehr.

Die GCC-Staaten haben Notvorräte. Die UAE sagen vier bis sechs Monate, Saudi-Arabien wirbt mit vier Monaten Weizen. Klingt nach Plan B. Ist aber Plan B für eine Wirtschaft, die seit 1960 auf Importen läuft wie ein Panzer auf Treibstoff. Die Frage ist nicht, ob die Vorräte reichen – die Frage ist: Was passiert, wenn die Lieferketten brechen, bevor die Vorräte aufgebraucht sind? Dann wird aus "strategischen Reserves" schnell Hunger mit Serviceklasse.

Und die Kosten? Die sind schon da. Freight-Rates explodieren, Versicherungen verlangen War-Risk-Prämien, die ein normales Containerschiff zum Luxusgut machen. Ein 20-Fuß-Container, der früher 2.000 Dollar kostete, liegt jetzt bei 12.000 Dollar – wenn er überhaupt noch kommt. Die UN warnt: 45 Millionen Menschen könnten bis Jahresende in akute Unterernährung rutschen. Nicht durch Kriegstote. Durch leere Supermarktregale in Dubai, Riad und Doha.

Die Golfstaaten reagieren wie Soldaten im Stellungsbau: - Alternative Routen? Ja, aber sie sind teuer und langsam. Die Kap-Horn-Umfahrung für Schiffe aus Asien? Doppelte Reisezeit, dreifache Kosten. Die Suezkanal-Alternative? Mines in der Roten Meer-Region (ja, die gibt’s schon) und Piraten, die sich plötzlich wieder trauen. - Lokale Produktion? Spottversuche. Die Wüste ist kein Acker. Die VAE haben ein paar Gewächshäuser – für Salat. Rice? Die meisten Staaten importieren 90 Prozent ihres Reises. Wer soll den anbauen? Die Beduinen? - Preiskontrollen? Die UAE haben eine Hotline gegen "unberechtigte Preissteigerungen". Klingt gut. Bis die ersten Supermarktketten mit "Lieferengpässen" oder "Qualitätsproblemen"** ihre Vorräte aufbrauchen – und dann die Preise trotzdem dreimal hochschrauben.

Die Iraner wissen das. Sie wissen auch, dass Hunger ein besserer Verbündeter ist als Bomben. Kein Land greift an, wenn sein Volk den Magen knurrt. Kein Arbeiter streikt, wenn er keine Nahrung hat. Kein Expat verlässt das Land, wenn er nicht mehr weiß, wo sein nächstes Brot herkommt.

Und die internationale Gemeinschaft? Die schaut zu. Die USA und Israel haben die Iraner mit Raketen und Drohnen beschäftigt – aber wer garantiert den nächsten Weizenfrachter? Die EU? Die hat selbst Probleme, ihre eigenen Häfen zu füllen. Die UN? Die verhandelt über 45 Millionen Hungrige, während irgendwo ein Tanker mit Milchpulver auf der Suche nach einer neuen Route in See stecht.

Das Schlimmste? Es ist kein Krieg mehr. Es ist ein langsamer Erstickungskampf. Und die Golfstaaten? Die sitzen da wie Generäle, die ihr letztes Munitionsdepot zählen – während die Kanonen schon längst auf die nächste Versorgungseinheit angesetzt haben.

Also: Wer hat noch eine Tüte Reis im Keller? Und wer hat den Schlüssel zum Stromnetz, falls die Kühlketten ausfallen?

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