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Sudan’s devastating war rages on as regional rivalries deepen

22. März 2026 — — Morrison, over and out.

Heute ist wieder so ein Tag, an dem man sich fragt, ob die Menschheit eigentlich gelernt hat, oder ob sie einfach nur besser darin geworden ist, die gleichen Fehler in neuen Uniformen zu tragen. Gestern war es die Rede von den „friedlichen Absichten“ der Italiener in Abessinien, heute geht es um die „wirtschaftlichen Spannungen“ zwischen den Spaniern und den Deutschen in der Mandschurei – als ob „wirtschaftlich“ ein schöneres Wort für „wer hat die besseren Gewehre“ wäre. Die Mandschurei, mein Freund, ist seit ’31 ein Pufferstaat, ein Spielball, den die Chinesen längst verloren haben, und jetzt spielen die Deutschen und die Japaner damit wie Kinder mit einer kaputten Puppenhausbahn. Die Römer haben ihr Reich mit Straßen und Aquädukten gehalten. Wir halten unser Reich mit Stahl und dem Geruch von verbranntem Benzin.

Und dann ist da noch dieser verdammte Hitler, der heute wieder mal betont hat, wie „zivilisiert“ seine „Lösungen“ für die „jüdische Frage“ seien. Zivilisiert. Als ob „zivilisiert“ ein Synonym für „mit einem Lächeln im Mund“ wäre, während man die Leute in Züge steigt, die nicht nach Berlin, sondern nach irgendwohin führen, wo die Erde schon lange nicht mehr so fruchtbar ist wie der Boden, auf dem sie einst ihre Kinder begraben haben. Die Römer haben ihre Christen in die Arena geworfen. Wir werfen unsere Juden in Züge. Fortschritt, oder? Die Depression war schlimm, aber wenigstens hat sie uns gelehrt, dass Geld allein kein Glück bringt. Jetzt lernen wir, dass auch Hass kein Glück bringt – nur mehr Leichen und mehr Lügen.

Draußen heult ein Auto vorbei, die Reifen quietschen auf dem nassen Asphalt wie die Stimmen derer, die gerade versuchen, ihre Familien über den Atlantik zu schmuggeln. Die Einwanderungsbeamten in New York haben heute wieder eine Ladung „illegaler“ Italiener und Polen zurückgewiesen. Illegal. Als ob die Welt nicht schon illegal genug wäre. Die Römer haben ihre Sklaven verkauft. Wir verkaufen unsere Hoffnungen an die nächste Generation. Fortschritt.

Und dann ist da noch dieser verdammte Stalin, der heute wieder mal betont hat, wie „unvermeidlich“ der „soziale Fortschritt“ sei. Unvermeidlich. Als ob Fortschritt etwas sein müsste, das man unvermeidlich erträgt, wie eine Grippe oder eine schlechte Mahlzeit. Die Sowjetunion ist heute so weit wie die Römer ihr Reich – ein Imperium, das auf Blut und Schweiß gebaut ist und jetzt langsam beginnt, an den Rändern zu faulen. Die Kolchose ist wie ein römischer Latifundist: Wer nicht arbeitet, frisst nicht. Wer nicht frisst, wird erschossen. Fortschritt.

Die Schreibmaschine stottert. Ich tippe weiter. Draußen regnet es immer noch. Evelyn singt immer noch. Irgendwo in Spanien kämpfen die Republikaner gegen die Faschisten, und irgendwo in China kämpfen die Chinesen gegen die Japaner, und irgendwo in Deutschland bauen sie die ersten U-Boote für den nächsten Krieg, den sie „den großen“ nennen werden. Die Römer haben ihr Reich mit Säulen und Triumphbögen geschmückt. Wir schmücken unsere Gräber mit Paraden und Reden.

Manchmal frage ich mich, ob die Geschichte eigentlich ein Kreis ist oder nur eine Spirale, die immer tiefer in den Abgrund geht. Die Römer haben ihr Reich mit Verrat und Intrigen zerstört. Wir zerstören unser Reich mit Verrat und Intrigen – nur dass wir heute „Demokratie“ sagen, wenn wir „Diktatur“ meinen, und „Frieden“ sagen, wenn wir „Krieg“ vorbereiten. Die Römer haben ihre Sklaven gekreuzigt. Wir kreuzigen unsere Ideale.

Die Schreibmaschine stoppt. Ich stehe auf, gehe zum Fenster, ziehe den Vorhang beiseite. Draußen steht ein Mann in einem Regenmantel, der aussieht, als hätte er gerade eine Nachricht erhalten, die er nicht erwartet hat. Sein Gesicht ist eine Maske aus Enttäuschung und etwas, das fast wie Angst aussieht. Vielleicht ist es das. Vielleicht ist Angst heute die einzige ehrliche Emotion, die wir noch haben.

Ich gehe zurück zum Schreibtisch, greife nach dem Bourbon, schütte mir einen Schluck in das Glas, das schon seit ’29 dort steht. Die Welt brennt. Aber wir sitzen hier, rauchen unsere Zigaretten und tippen weiter. Weil es nichts anderes zu tun gibt. Weil wir schon zu viele andere Dinge verloren haben, um noch etwas anderes zu verlieren.

Und weil irgendwo, zwischen all dem Regen und dem Rauch, irgendjemand noch immer singt.

✦ Ende des Artikels ✦
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