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SUNRISE BRECHT DIE FRONTEN – WAR ODER KLIMA?

4. April 2026 — — — Ada Voss, auf Sendung

Die Drähte knirschen mit einer neuen Frequenz: Das Sunrise Movement, einst bekannt als Klimakämpfer mit dem Ruf nach „Green New Deal“, hat eine unerwartete Richtung eingeschlagen. In Denver wird Melat Kiros, eine Aktivistin mit Wurzeln in der somalischen Diaspora, als Kandidatin für ein Amt unterstützt – und zwar nicht für die Klimapolitik, sondern für den Frieden. Die Bewegung, die jahrelang die Drähte heiß gehalten hat mit Forderungen nach CO₂-Steuern und fossilen Verboten, schlägt nun Alarm: Krieg ist Klimakrise in Echtzeit.

Die Strategie ist scharf wie ein neu geschärftes Messer. Sunrise, die sich selbst als „junge, radikale Kraft“ inszeniert, hat erkannt, dass die Klimabewegung allein nicht reicht. Die Welt brennt – aber nicht nur durch Kohlekraftwerke. Die USA, so die Lesart der Aktivisten, verschlingen Ressourcen und Blut in Wüsten wie Afghanistan oder Jemen. Kiros, eine ehemalige Soldatin der US-Armee, die nach einem Einsatz in Afghanistan desertierte, wird zum Symbol: Sie verkörpert den Bruch. Nicht mehr nur „System change“, sondern Systemsturz – oder zumindest dessen Teile, die Kriege finanzieren.

Doch hier beginnt der Widerspruch. Sunrise hat sich jahrelang als technokratische Kraft inszeniert – mit Forderungen nach staatlich gelenkter Energiepolitik, nach Milliardeninvestitionen in Solaranlagen. Jetzt wirft die Bewegung die Frage auf: Wenn der Kapitalismus das Problem ist, warum nicht gleich die ganze Maschine? Die Antwort liegt vielleicht in der Logik der Bewegung selbst. Klimakämpfer:innen wissen: Wer die Profiteure der Klimakatastrophe stoppen will, muss auch die stoppen, die Kriege führen – und die oft dieselben Konzerne sind, die Öl fördern und Waffen verkaufen.

Melat Kiros’ Fall ist kein Zufall. Sie ist eine Brücke. Eine Frau, die weiß, wie es ist, in einem System zu kämpfen, das sie als „Klimamigrantin“ oder „Kriegsflüchtling“ abtut. Sunrise setzt auf Kandidaten, die nicht nur Plakate kleben, sondern die Drähte der Macht durchtrennen – etwa durch Forderungen nach Rüstungskontrolle oder der Umwidmung von Militärbudgets. Die Frage ist: Wird das reichen? Oder wird die Bewegung selbst zum Spielball einer neuen Front?

Eines ist klar: Die Drähte summen anders. Und wer heute noch nur von Windrädern und Batterien redet, hört nicht, wie die Frequenz wechselt.

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