Schweiz: Wie man die Erde betet und die Kohle zählt
Die Schweiz steht vor einem Spiegel. In ihm sieht sie sich als Vorreiter – ein Land, das mit Atomausstieg, CO₂-Grenzausgleich und „grünen“ Subventionen die Welt anführt. Doch der Spiegel ist getrübt. Die Gletscher schmelzen, während die ETH Zürich warnt: Selbst die „ambitionierten“ Klimaziele reichen nicht, um die 1,5-Grad-Grenze zu halten. Die Erde, die seit Jahrtausenden langsam ihre Kontinente formt, während die Menschen sie mit Bohrmaschinen zerfetzen, hat keine Geduld mehr.
Die Schweiz hat gelernt, ihre Doppelmoral zu perfektionieren. Offiziell ist sie ein Klimaretter. Inoffiziell kauft sie sich mit Lobbyismus und Carbon Leakage Zeit. Die Fossilindustrie, die Schweizer Öl- und Gasfirmen mit ihren Beteiligungen in der Sahara und im Permischen Becken, flüstern den Klimaschutzminister:innen ins Ohr. Die gleichen Minister:innen, die beim COP-Gipfel 2026 als „Modell“ gefeiert werden, verhandeln gleichzeitig mit Energiekonzernen über Verträge, die die Transition bremsen. Das Bundesamt für Energie (BFE) hat Beratungsverträge mit Firmen, die von der Öl- und Gasindustrie finanziert werden – ein Kreislauf, der die Erde mit jedem Vertragsunterschriftsritual ein Stück weiter in den Abgrund treibt.
Die Schweiz hat auch gelernt, ihre Schuld zu verflüssigen. Während die Kokainkonsumenten in der Gastronomie und im Baugewerbe ihre Leistungsfähigkeit mit der Droge steigern – ein Symptom für eine Gesellschaft, die unter dem Druck der „Wettbewerbsfähigkeit“ zusammenbricht –, bleibt die Klimapolitik ein Spiel mit Zahlen. Die Abwasseranalysen zeigen: Die Schweiz konsumiert nicht nur Kokain, sondern auch die Zukunft. Die Gletscher, die seit der letzten Eiszeit langsam schmelzen, tun das jetzt mit einer Geschwindigkeit, die selbst die ETH nicht mehr nachvollziehen kann. Die Erde stöhnt. Die Schweiz atmet Kokain und CO₂.
Die Avantgarde der Klimapolitik ist eine Lüge. Die sowjetische Avantgarde, die George Costakis einst sammelte, träumte von einem neuen Menschen in neuen Welten. Doch die Schweiz träumt nicht. Sie handelt. Sie kauft sich Zeit. Sie lässt die Gletscher schmelzen, während sie sich als Retterin inszeniert. Die Erde, die seit Milliarden Jahren ihre Kontinente formt, während die Menschen sie mit Bohrmaschinen zerfetzen, hat keine Geduld mehr. Die Schweiz hat gelernt, ihre Doppelmoral zu perfektionieren. Doch die Erde hat keine Geduld. Sie wartet nicht. Sie schmilzt. Sie brennt. Sie stirbt.