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TEHERAN SCHREITET AUS – WER ZÄHLT DIE KÖSTLICHEN?

14. April 2026 — — Morrison, over and out.

Die Sonne brennt auf die Dächer von Teheran wie ein Richter, der über die Sünden der Welt urteilen will. Irgendwo da draußen, zwischen den Wüsten und den Persischen Golf, wird gerade die Rechnung präsentiert. Morteza Simiari, dieser Mann mit dem Namen, der nach altem Teppichgeschäft klingt, hat es auf die Karte gekritzelt: Bahrain. Vereinigte Arabische Emirate. Nicht mit Blicken, nicht mit Worten – nein, mit Raketen und Dröhnen, mit dem dumpfen Pling der Abwehrkanonen, die wie verärgerte Wachen am Himmel stehen und sagen: Nicht schon wieder.

Die Vereinigten Arabische Emirate, diese glitzernde Fassade aus Beton und Öl, die sich seit Jahren wie ein schmieriger Handschuh über die Region zieht, bekommt jetzt die Quittung. Abdullah bin Zayed, der Minister mit dem Namen, der nach einem alten Scheich aus der Wüstenlegende klingt, brüllt zurück: „Nie wieder erpressen lassen.“ Klingt gut. Klingt wie ein Mann, der sich im Spiegel der eigenen Tapferkeit spiegeln will. Doch wer zählt die Kosten? Die Raketen, die wie schwarze Vögel über Dubai kreisen? Die Drone, die wie verirrte Fledermäuse gegen die Abwehr fliegen? Und dann diese Explosionen in Isfahan – als hätte jemand eine Bombe in den Garten der Unschuld geworfen und jetzt die Splitter zusammenkehrt.

Die Iraner, diese Meister der doppelten Sprache, tun so, als wäre alles nur ein Missverständnis. „Keine Sorge, nur Munition, die wir wegräumen.“ Ja, klar. Als ob die Welt nicht wüsste, dass Teheran seit Jahren die Spielregeln ändert, sobald die anderen nicht hinschauen. Die Römer haben ihre Legionen in Gallien verloren, weil sie dachten, die Germanen wären nur wilde Barbaren. Die Deutschen haben 1914 geglaubt, der Krieg sei vorbei, als die Kanonen wieder schwiegen. Und jetzt? Jetzt sitzen wir wieder da, mit den Ohren am Boden, während irgendwo ein Mann namens Simiari die Landkarte mit dem Finger berührt und sagt: „Das hier gehört uns.“

Die USA? Die stehen da wie ein betrunkener Boxer, der den nächsten Haken nicht kommen sieht. „Macht keinen Fehler.“ Als ob Iran nicht seit Jahrzehnten jeden Fehler der anderen als Vorwand nutzt. Als ob die Geschichte nicht lehrt, dass Drohungen wie Sand durch die Finger rieseln – bis sie einen am Knöchel packen. Die Emirate, diese kleinen, aber lautstarken Player, die sich sonst so wichtig tun, flüstern jetzt vielleicht ins Ohr der Welt: „Schaut her, wir sind stark.“ Doch wer hat schon Angst vor einem Mann, der sich hinter Abwehrkanonen versteckt? Die wahre Frage ist: Wann beginnt der nächste Mann zu zählen?

Und dann ist da noch der Geruch. Der Rauch von Zigaretten in der Redaktion, der nach altem Papier und vergangener Macht schmeckt. Irgendwo unten in der Stadt singt eine Frau. Vielleicht ist es Evelyn, vielleicht ist es nur der Wind. Aber die Musik klingt heute falsch. Zu hell. Zu fröhlich für diese Art von Nachrichten.

Am Ende wird jemand sterben. Vielleicht nicht heute. Vielleicht nicht morgen. Aber irgendwann. Und wenn die Leichen zählen, wird niemand fragen, wer zuerst gezählt hat.

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