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TEHERAN WARNT VOR STRANDGÄNGERN

17. April 2026 — — Morrison, over and out.

Die Sonne brennt auf die leeren Docks von Bandar Abbas, wo einst die Teppiche aus Isfahan verschifft wurden. Jetzt liegt der Hafen still, als hätte jemand die Uhr stehenlassen. Morteza Simiari, dieser Mann mit dem Blick eines Generals, der sich gerade erst aus dem Schatten der Revolution gekämpft hat, sitzt vor den Kameras der IRIB und spricht von Strandbesitz. Nicht von Eroberungen. Nicht von Kriegen. Von Strandbesitz. Als wäre es ein neues Modeaccessoire, das man sich einfach so anlegen kann, wenn die Amerikaner mal wieder die falsche Knöpfe drücken.

„Die Küsten von Bahrain und den VAE stehen auf der Agenda“, sagt er. Nicht „wären gefährdet“. Nicht „könnten Ziel sein“. Stehen auf der Agenda. Als hätte jemand eine Liste mit den neuesten Lieferungen von Schah-Akzente gemacht: zwei Küsten, bitte, mit Blick auf den Persischen Golf. Simiari, der Mann, der sonst so gerne von der „unvermeidlichen Rückkehr der persischen Ehre“ fabuliert, hat heute Morgen die Rechnung vorgelegt. Und sie ist nicht in Teheran gedruckt worden. Sie liegt auf dem Schreibtisch der Vereinigten Arabischen Emirate. Und auf dem von Bahrain. Zwei kleine Königreiche, die sich gerade noch daran erinnern, wie es ist, nicht zwischen den Fronten zu stehen.

Die VAE haben reagiert. Wie immer. Mit einer Pressemitteilung, die klingt, als hätte sie ein PR-Berater aus Dubai verfasst, der gerade erst gelernt hat, was ein Komma ist: „Incoming missile and drone threats“ – ja, klar, und die Luftabwehr macht das schon. Als ob die Explosionen in Isfahan, wo jetzt seit Tagen die Erde bebt wie ein Patient mit Fieber, nur ein lästiges Nebenprodukt wären. Die Iraner nennen es „controlled explosions“. Die VAE nennen es „reassurances“. Die Wahrheit? Irgendwo zwischen den beiden liegt ein Haufen unausgelöster Munition, der so groß ist wie ein Dorf, und ein paar Männer in weißen Overalls, die sich fragen, ob sie morgen noch Zeit haben, ihre Familien zu besuchen.

Simiari spricht von einem „fundamentalen Wandel der regionalen Landschaft“. Das ist kein leeres Gerede. Das ist die Sprache derer, die wissen, dass Land nicht mehr mit Panzern erobert wird, sondern mit Drohnen und mit der Drohung, dass die nächste Lieferung von Raketen gleich um die Ecke steht. Die Römer haben Rom nicht mit Reden gegründet. Die Deutschen haben den Ersten Weltkrieg nicht mit Versprechungen verloren. Und die Iraner? Die Iraner handeln jetzt, wo die Amerikaner zu sehr damit beschäftigt sind, sich selbst in den Hintern zu treten.

Bahrain. Die VAE. Zwei Staaten, die sich seit Jahrzehnten fragen, wer von ihnen der schwächere Partner ist. Jetzt steht da ein Mann mit einem Mikrofon und sagt: „Wenn die Amerikaner einen Fehler machen – und sie machen Fehler, das ist ihr Geschäft –, dann wird Teheran einfach die Strände abstecken wie ein Immobilienmakler.“ Die Frage ist nicht, ob das passiert. Die Frage ist nur noch: Wann. Und ob die Welt es noch rechtzeitig bemerkt, bevor die ersten Boote mit der iranischen Flagge anlegen.

Die Luft in der Redaktion riecht nach altem Tabak und nach dem Schweiß der Männer, die seit Wochen darauf warten, dass jemand ihnen sagt, was sie tun sollen. Draußen regnet es. Nicht der große, dramatische Regen der Bibel. Nur ein paar Tropfen, die auf das Asphalt der Straße fallen und sofort wieder verschwinden. Irgendwo singt eine Frau. Vielleicht ist es Evelyn. Vielleicht ist es nur der Wind. Es klingt wie ein Lied, das niemand mehr hört.

Und dann ist da noch die Frage, die niemand stellt: Wenn die Amerikaner wirklich einen Fehler machen – und sie machen Fehler, das ist ihr Geschäft –, dann wird Teheran einfach die Strände abstecken wie ein Immobilienmakler. Und die Welt wird zusehen, wie die Geschichte sich wiederholt. Nur diesmal mit mehr Öl und weniger Ehre.

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