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DIE KOSTEN DER STILLSTANDSTRASSE

7. April 2026 — — — E. Wolff

Die Zahlen lügen nicht. Sie lügen nur so elegant, dass man sie für Wahrheit hält, bis der Gürtel so eng ist, dass man die Rippen zählt. In Sydney bleibt der Verkehr auf der Parramatta Road stabil – stabil, versteht sich, während die Tankrechnung seit Ende Februar um 20 Dollar pro Woche gestiegen ist. Für den Durchschnittshaushalt. Nicht für den, der nur noch Kaffee trinkt und Hoffnung. Die Opal-Karten? Ein paar weniger Taps im März. Die Züge? Im Februar war es noch ein Boom, jetzt atmet man auf. Die Busse? Die gleichen Gesichter, dieselben leeren Blicke. Die Politik redet von Veränderung, doch die Straßen sind voller Autos als je.

Man könnte glauben, die Australier hätten die Rechnung nicht verstanden. Doch Arturo Modelo in Manila weiß es besser. Der Jeepney-Fahrer, dessen Lohn sich halbiert hat, seit der Iran die Hormuz-Straße zum Spielplatz der Mächtigen gemacht hat, sagt es mit drei Worten: „Ich kann meinem Kind kein Mittagessen kaufen.“ Seine Kolleginnen und Kollegen haben die Straßen blockiert, die Steuern gefordert, die Bomben der anderen zurückgeschickt. Doch was bleibt, ist die Rechnung. 22 Cent mehr pro Liter – eine Kleinigkeit für die Konzerne, eine Katastrophe für die, die ohnehin schon auf dem Boden der Realität balancieren.

In Washington wird gestritten. Über Homeland Security. Über Funding. Über Easter Recess, während die Preise steigen wie der Ölpreis. Die Senatoren fliegen in den Urlaub, die Abgeordneten verstecken sich vor den Wählern. Einer, David Schweikert, sagt es offen: „Das ist ein Versagen aller.“ Doch wer zählt die Versprechen, wenn die Tankstelle sie nicht einlöst?

Die Straßen sind voll. Die Kassen leer. Die Politik? Sie redet. Die Zahlen? Die bleiben. Und sie werden immer höher.

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