Die Krater von Kochi und die schöne Lüge der Smart City
Es gibt Sätze, die in Gerichtssälen fallen und wie Peitschenhiebe klingen, obwohl sie geduldig gemeint sind. Richter Devan Ramachandran hat am Donnerstag einen solchen Satz gesprochen, und er traf jene, die ihn hörten, mit der Präzision eines Vermessers: Schlaglöcher seien menschengemachte Katastrophen. Kein Naturereignis, keine Laune des Monsuns, keine höhere Gewalt. Eine menschengemachte Katastrophe — das Wort wiegt schwer in einem Gemeinwesen, das sich angewöhnt hat, jeden Verfall als Schicksal zu verbuchen und jede Verantwortung als persönliche Kränkung.
Das High Court von Kerala, diese nüchterne Instanz mit ihrer alten Gravität, richtete sich am elften Juni an einen Ausschuss unter Führung des Distrikt-Sammlers — welch ein Titel, der nach verstaubten Aktenordnern schmeckt — und verlangte einen Bericht bis zum achtzehnten Juni. Sechs Tage. Für die Entwässerung einer Stadt, die sich seit Jahren als Smart City versteht und deren Klugheit allenfalls darin besteht, die Schlaglöcher strategisch zu platzieren: im Zentrum der Nationalstraße etwa, wo sie einem Krater gleichen, der auf den Mond gehören würde.
Ich kenne diese Geste. Es ist die Geste der höflichen Aufforderung an Apparate, die nicht gehorchen. Ein Gericht, das einen Bericht verlangt; eine Verwaltung, die ihn schreibt; ein Richter, der ihn liest und weiß, dass er liest, was er lesen muss. Das ist der Tanz, den die Bürokratie mit der Justiz tanzt, seit es Bürokratie gibt, und er endet, wie er immer endet: mit einer weiteren Anhörung, einer weiteren Frist, einer weiteren kleinen Verlängerung des Versagens.
Doch diesmal, man muss es zugestehen, hat der Richter die Musik etwas lauter gestellt. Er hat die Ingenieure der Kochi Corporation, der Bauabteilung, der NHAI, der Eisenbahn — ein ganzes Orchester der Gleichgültigkeit — aufgefordert, „auf den Füßen" zu sein, zu jeder Zeit, weil die Sicherheit von Autofahrern und Fußgängern auf dem Spiel stehe. Er hat mit persönlicher Haftung gedroht, für jene, deren nachlässige Instandhaltung Unfälle verursacht. Das ist neu. Das ist die Sprache eines Mannes, der noch glaubt, dass Sätze Folgen haben könnten.
Sätze haben selten Folgen. Aber sie haben einen Klang, und manchmal genügt der Klang. Der Monsun, sagt das Gericht, sei nur ein „Vorspann", ein Trailer für das, was kommt. In dieser Formulierung liegt eine Eleganz, die ich zu schätzen weiß. Denn was ist Verwaltung anderes als die ewige Verwechslung des Hauptfilms mit dem Vorprogramm? Man reagiert auf das, was bereits geschehen ist, und wähnt sich vorbereitet auf das, was kommen wird, während man nichts von beidem ernst nimmt.
Die Kanäle von Kochi — der Perandoor, der Mullassery, der Wasserlauf neben dem KSRTC-Busbahnhof, dessen Name wie ein Relikt aus einer Zeit klingt, in der öffentliche Verkehrsmittel noch als öffentlich galten — diese Kanäle sind die Adern einer Stadt, die sich nicht mehr durchblutet. Sie verstopfen mit Plastik und dem übrigen Unrat einer Wegwerfkultur, die das Entsorgen kultiviert hat. Der Amicus Curiae, diese freundliche Figur aus dem römischen Recht, hat nicht-korrosive Netze empfohlen, damit der Abfall nicht in die Wasserwege gelangt. Eine simple, fast demütige Lösung. Die Verwaltung wird sie prüfen. Irgendwann. In einem weiteren Bericht.
Was mich interessiert, ist nicht der Müll. Was mich interessiert, ist die Mechanik der Verzögerung. Eine Smart City verspricht viel: vernetzte Systeme, effiziente Verwaltung, ein Leben im Einklang mit Technologie und Fortschritt. Kochi wurde auserkoren, eine dieser Städte zu sein, die man als Modell präsentiert, wenn auswärtige Beobachter kommen und Manöverhefte aufgeschlagen werden. Die Wirklichkeit ist eine Nationalstraße mit einem Krater in der Mitte, Rinnsale, die beim ersten ordentlichen Regen ihren Dienst versagen, und Ingenieure, die dasitzen und auf den Himmel zeigen, als sei der Monsun ein Kollege, der seine Aufgaben nicht erledigt hat.
Ich trage Handschuhe beim Schreiben, schon lange. Nicht weil mir die Dinge gleichgültig wären, sondern weil ich gelernt habe, dass die Haut schneller schmutzt als die Tinte trocknet. Aber manchmal, wenn ich von einem Richter wie Devan Ramachandran lese, der die persönliche Haftung von Ingenieuren ins Spiel bringt, der die Corporation, die Bauabteilung, die NHAI und die Eisenbahn gemeinsam in die Pflicht nimmt, dann frage ich mich, ob Handschuhe noch ausreichen. Vielleicht brauchte es einmal eine ungeschützte Hand, die in den Krater auf der Nationalstraße greift und den Schmutz herauszieht, damit alle sehen, was dort liegt.
Die Madhava Pharmacy Junction, an der sich die M.G. Road und die Banerjee Road kreuzen — klingt das nicht nach einer Kreuzung, an der sich die Geister zweier Epochen begegnen? — wird weiterhin Fußgänger gefährden. Die Eisenbahn wird mitteilen, dass sie ihre Durchlässe gereinigt hat, was vermutlich stimmt und vermutlich niemanden rettet, der zur falschen Zeit am falschen Ort steht. Tiefliegende Viertel werden weiterhin bei Regen überflutet, und der Bericht, der am achtzehnten Juni auf dem Tisch liegt, wird gelesen, kommentiert, aktenkundig gemacht werden, und das Leben wird weitergehen, wie es ging.
Es ist kein Verbrechen, was in Kochi geschieht. Es ist etwas Schlimmeres. Es ist Gewohnheit. Es ist das leise Einverständnis einer Verwaltung mit dem eigenen Versagen, die jedes Jahr aufs Neue die gleiche Liturgie des Berichts und der Frist und der kleinen Zugeständnisse zelebriert. Das Gericht hat die Sprache verschärft. Ob die Sprache die Wirklichkeit verschärft, wird der achtzehnte Juni zeigen.
Ich habe Männer lächeln sehen, während sie logen. Aber ich habe auch Richter gesehen, die sich weigerten, das Lächeln zu erwidern. An sie halte ich mich, in diesen Tagen. An Devan Ramachandran und an jene, die ihm zuhören. Der Monsun wartet nicht. Und die Krater von Kochi, so fürchte ich, werden bleiben.