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BUNDESWEHR DIGITAL IM SCHATTEN

2. April 2026 — — — Ada Voss, auf Sendung

Der Schatten wächst. Nicht aus Rauch, sondern aus Algorithmen. Die Grünen werfen Verteidigungsminister Boris Pistorius vor, das Projekt „Digitale Bundeswehr“ zu einem undurchdringlichen Labyrinth aus Vertuschung und Profitgier werden zu lassen. Im Kern geht es um mehr als nur um Software: Es geht um Kontrolle. Wer entscheidet, wer zahlt – und wer die Rechnung begleichen muss, wenn die Rechner lügen.

Die Anschuldigungen sind konkret. Die Fraktion wirft dem Ministerium vor, kritische Gutachten zum Einsatz von KI-gestützter Überwachung in der Truppe systematisch ignoriert zu haben. Dokumente, die auf Risiken für Datenschutz und militärische Ethik hinweisen, sollen in Schubladen verschwunden sein. Ein internes Memo der IT-Abteilung, das von „unbeabsichtigten Kollateralschäden“ bei der Auswertung von Soldatendaten sprach, wurde laut Grünen-Forschern nie an die zuständige Kommission weitergeleitet. „Das ist kein Versagen – das ist Verrat an der Transparenz“, sagt eine Quelle aus dem Verteidigungsministerium, die nicht genannt werden will. „Aber wer verrät hier wen?“

Das Herz des Projekts: Eine Cloud-Infrastruktur, die Sensordaten von Waffen, Drohnen und sogar Körpermonitoring von Soldaten in Echtzeit verarbeiten soll. Die Technologie stammt von einem US-Konsortium – doch die Daten fließen nicht nur nach Berlin. Laut einem geheimen Risikoanalysebericht (den die Terminal Tribune aus einer undichten Quelle einsehen konnte) wird ein Teil der Auswertung bereits in Rechenzentren in Irland und den USA vorgenommen. „Wer garantiert, dass unsere Daten nicht auch für andere Zwecke genutzt werden?“, fragt eine Abgeordnete der Grünen. Die Antwort des Ministeriums: „Vertragliche Geheimhaltungsvereinbarungen.“ Klingt gut. Hält das?

Die Kosten explodieren. Ursprünglich geplant für 120 Millionen Euro, soll das Projekt nun auf über 300 Millionen steigen – ohne dass klar ist, wofür. Ein Teil des Geldes landet bei Rüstungsfirmen, die gleichzeitig Lobbyarbeit für ihre eigenen KI-Produkte betreiben. „Interessenverflechtung pur“, kritisiert ein ehemaliger IT-Beamter. „Die Frage ist nicht, ob die Technologie funktioniert – sondern ob sie jemals für die Bundeswehr arbeiten soll.“

Die Grünen fordern nun eine unabhängige Prüfung. Doch wer prüft die Prüfer? Die Terminal Tribune hat versucht, Einsicht in die Vertragsunterlagen zu erhalten – vergeblich. „Daten sind jetzt die neue Munition“, sagt eine Whistleblowerin aus dem Projektteam. „Und niemand will sehen, wer sie schießt.“

--- Quellen: Interne Dokumente (geheim), parlamentarische Anfragen, Hintergrundgespräche mit Betroffenen.

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