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DIE HÄNDE DER FLUGHAFENHERRN

4. April 2026 — — Morrison, over and out.

Die Regierung spielt mit Feuer. Nicht mit dem alten, das die Römer in ihren Katakomben verbrannten, sondern mit dem, das heute in den Serverfarmen glüht. Sie will den Airlines gestatten, was bisher nur den Beamten mit Ledermänteln und abgenutzten Dienststiefeln erlaubt war: die Fingerabdrücke der Bürger, ihre Gesichter, ihre Papiere. Ein biometrisches Tauschgeschäft. Eine Minute Zeitersparnis. Für acht Minuten weniger Wartezeit im Jahr.

Es klingt nach einer Kleinigkeit. Wie ein Stückchen Butter, das man dem Bäcker gibt, damit er das Brot schneller backt. Doch wer hat schon gemerkt, dass die Butter mit Gift bestreut ist? Die Bundesregierung behauptet, dies sei nötig für den „Schutz der Bürger“. Ein Zynismus, der an die alten Kaiser erinnert, die ihre Legionen mit Brot und Spielen köderten – nur dass heute das Brot aus Daten besteht und die Spiele in den Algorithmen der Privatwirtschaft gespielt werden.

Der Referentenentwurf des Verkehrsministeriums, vorgelegt im Februar, ist kein Fortschritt. Es ist ein Rückschritt. Ein Rückschritt in eine Zeit, in der die Bürger nicht mehr Eigentümer ihrer eigenen Daten sind, sondern Mietlinge in einem System, das sie nach Belieben ausleihen darf. Die Ampel-Regierung hatte das schon 2024 geplant. Damals warnte der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber: „Die zur Erfüllung rein hoheitlicher Aufgaben erhobenen Daten sollen damit für das Angebot optionaler Komfortleistungen nichtöffentlicher Stellen freigegeben werden.“ Ein Präzedenzfall. Ein Tor, das einmal geöffnet, nicht mehr zu schließen ist.

Die Airlines sollen beim Check-In fotografieren, scannen, vergleichen. Das biometrische Foto auf dem Pass-Chip – bisher ein Instrument der Staatsgewalt – wird nun zum Spielzeug der Wirtschaft. Freiwillig, heißt es. Doch wer entscheidet sich freiwillig, seine Identität gegen eine Minute zu verkaufen? Wer weiß schon, was mit diesen Daten passiert, wenn sie einmal in den Händen der Privatwirtschaft sind? Die Geschichte lehrt uns: Daten sind wie Wein. Sie werden mit der Zeit besser – für die, die sie besitzen.

Die Regierung redet von „Bürokratierückbau“. Doch wo bleibt der Schutz? Wo bleibt die Garantie, dass diese Daten nicht an Dritte verkauft werden? Nicht an Versicherungen, die dann die Prämien nach Gesichtserkennung berechnen. Nicht an Werbefirmen, die damit gezielt anpreisen, was der Passagier noch nicht einmal selbst kennt. Die freiwillige Abgabe ist ein Trugschluss. Wer sich weigert, wird zum Außenseiter. Wer sich unterwirft, wird zum Produkt.

Die Römer bauten ihre Straßen mit Sklavenarbeit. Heute bauen wir unsere Datenautobahnen mit freiwilliger Knechtschaft. Und am Ende, wie immer, bleibt die Frage: Wer profitiert wirklich? Nicht der Bürger. Nicht der Staat. Sondern die, die die Daten besitzen – und damit die Macht, über uns zu entscheiden.

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